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Alt 12.01.2004, 12:54
Waldobert Waldobert ist offline
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Re: TT in OWL vom Aussterben bedroht

Zitat:
Zitat von Ernie
Nach Blick auf die Tabellen von RL bis LL fällt mir auf:

Insgesamt über 250 Mannschaften spielen bei den Herren von RL bis LL, davon kommen 30 aus dem Bezirk OWL (nach Aufteilung auf 5 Bezirke müßten es min. 50 sein).

RL 1 Team , auf Abstiegsplatz
OL 4 Teams, 2 Teams auf Abstiegsplatz
VL 8 Teams, 2 Teams oben , 2 Teams auf Abstiegsplatz
LL 17 Teams, 2 Teams oben , 4 Teams auf Abstiegsplätzen

Alle möglichen Abstiegsplätze werden von OWL-Teams eingenommen. Kein Wunder, dass man als OWLer im OL1-Forum zur aussterbenden Rasse gezählt wird. Nächste Saison wohl nur noch Spitzensport (OL und höher) in Warstein, Brackwede und Elsen/Schloß-Holte





Was sind Gründe aus Euer Sicht, die Ergebnisse in den WTTV-Nachwuchsranglisten der letzten 10 Jahre sind jedenfalls nicht so schlecht.

Ja, die Fakten sprechen eine deutliche Sprache und auch ich sehe einen schleichenden Niedergang des TT in OWL in den vergangenen Jahren, der sich inzwischen besonders im Spitzensport klar dokumentiert. Die Gründe hierfür sind vielfältig und nicht immer nachvollziehbar.

In weiten Bereichen sind die Zahl der Vereine und Mannschaften rückläufig, was den Pool der zur Verfügung stehenden Spieler immer kleiner werden läßt.
Im Bereich der Jugendarbeit hat es zumindest im Norden OWL´s in den 80er und 90er Jahren wenig strukturierte Aktivitäten gegeben. Heraus resultieren vergleichweise leistungsschwache Jahrgänge mit Geburtstagen 1975-1985.
Finanzielle Ressourcen halte ich nicht für den eigentlichen Grund der Miserie. Ich habe zu meinen besten Oberligazeiten - ebenso wie meine Mannschaftskollegen - kaum Bares gesehen.

Durch das Fehlen eines dichten Netzes an Vereinen ist der früher übliche "Karriereweg" nicht mehr möglich. Wer früher bei seinem "Dorfverein" gute Leistung brachte hatte die Möglichkeit bei einem der Großen der Region (BaWa, Brackwede, Mennighüffen, Lippstadt) den letzten Schliff zu bekommen und dort Oberliga oder gar höher zu spielen. Fragt man heute Spieler meines Alters nach ihrem Werdegang, so stellt man häufig fest das deren jeweilige "Einstiegsvereine" gar nicht mehr existieren. Der fehlende Multiplikatoreffekt durch eine Vielzahl von kleinen Vereinen fehlt also. Hinzu kommt leider auch das nicht immer perfekte Verhältnis lokaler Vereine untereinander. Hier wird eher gegeneinander gearbeitet anstatt zu kooperieren. Es wäre ein Leichtes mit seinem Nachbarverein eine strategische Allianz einzugehen um aus zwei Einäugigen einen Sehenden zu machen. Aber nein, falsch verstandener Lokalpatriotismus und der Wunsch einiger Vereinsoberen sich ein Denkmal zu setzen ersticken derartige Lösungsansätze bereits im Keim.

Ich hoffe das der offensichtliche Niedergang unseres Sportes in der Region noch zu stoppen ist. Die genannten Erfolge im Schüler und Jugendbereich geben in diesem Zusammenhang Anlass zur Hoffnung. Allerdings ist der Übergang von guter Jugendarbeit zum Spitzensport nicht ganz einfach wie das Beispiel Rahden zeigt. Mit überdurchschnittlich guten Jugendlichen gesegnet und der anerkannt besten Jugendarbeit der jüngeren Vergangenheit ausgestattet, tut sich der Verein schwer diese optimale Basis in (einen längst fälligen) Austieg in die Oberliga umzumünzen.

Leider wird ein dauerhaft anhaltender Leistungsverfall im Spitzenbereich in unserer Region ab einem gewissen Punkt die Eigendynamik eines Teufelskreises annehmen. Denn : wenn es in OWL kaum noch Möglichkeiten gibt höherklassig zu spielen sind auch talentierte Jugendliche gezwungen außerhalb unserer Region zu spielen.

Hoffen wir das es nicht so weit kommt.



So long

Waldobert
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