Natürlich ist es richtig, dass es - theoretisch gesehen - völlig egal ist, ob man einen harten oder weichen Belag spielt. Schießen kann man mit beiden gleich gut - wenn man optimal zum Ball steht, den Ball optimal trifft und die Schlagbewegung optimal ist. Doch bei wem trifft das schon zu
Betrachten wir das ganze mal aus wissenschaftlicher Sicht!
Rein physikalisch (Kraft-Vektor Betrachtung) ist es logisch, dass man mit einer harten Belag/Schwamm Kombi besser Schießen kann, als mit einem weichen Belag. Der Kraftvektor (Summenvektor) setzt sich aus zwei Komponenten zusammen. Die eine ist parallel zur Schlagbewegung Richtung gegnerische Platte gerichtet. Die zweite ist um 90° gedreht und verläuft etwa parallel zum Schlägerblatt. Diese Komponente wir extrem dadurch beeinflusst, wie und in welchem Winkel der Ball auf den Belag trifft. Spielt man nun einen weichen Belag, gräbt sich der Ball tief in den Belag ein und wird von diesem wieder herauskatapultiert. Der Belag beeinflusst den Ballabsprung also erheblich. Die Komponente parallel zum Schlägerblatt ist relativ groß. Bei einem harten Belag jedoch gräbt sich der Ball - ideal betrachtet - überhaupt nicht in den Belag und wird von diesem somit auch nicht beeinflusst. Die Komponente parallel zum Schlägerblatt ist also (fast) Null. Übrig bleibt hier nur die Komponente parallel zur Schlagbewegung und das ist optimal.
Jedoch kein Vorteil ohne Nachteil. Kann man mit einem harten Belag viel besser Schießen, so kann ein weicher Belag aus genau dem selben Grund einen viel besseren Topspin erzeugen.
Und es gibt noch ein weiteres Indiz dafür: Die Flugkurve des Balles ist bei einem harten Belag typischer Weise sehr flach, die eines weichen Belags hingegen nicht.