http://www.zeit.de/2013/04/Martenstein
"Ich trete hiermit aus der EU aus. Ich will das nicht mehr. Diese Leute, die mir ständig Vorschriften machen, kann ich ja nicht mal abwählen. Ich möchte auch in Zukunft die Freiheit besitzen, nachts im Wald spazieren zu gehen, obwohl das gefährlich sein kann. Ich will auch in Zukunft Wollsocken ohne rutschfeste Noppen tragen dürfen. Ich will weit aufs Meer hinausschwimmen, wenn ich Lust dazu habe. Ich fordere die Freiheit, drei Nächte hintereinander durchzumachen, jawohl, ich will tanzen, egal, was mein Kreislauf dazu sagt. Ich bin gegen die Holzspielzeugquote in Kindergärten, die vom Spiegel als nächste mögliche Maßnahme der EU ins Gespräch gebracht wurde. Ich will Fett essen und Zucker, so viel ich will. Ich will, wenn niemand in der Nähe ist, stundenlang schreien dürfen, so lange, bis meine Stimmbänder reißen. Ich will nicht, dass die verfluchte EU morgen den Riesling verbietet, und nur der Müller-Thurgau bleibt erlaubt. Ich will Kaffee trinken, morgens, mittags, und abends dann Tee. Ich will, falls ich morgen so drauf bin, mich von meiner Partnerin auspeitschen lassen, oder sie hängt mich an den Zehen auf. Es sind meine Fußzehen, die gehen die EU einen Dreck an. Ich will leben, und zwar so, wie ich will und kann, verdammt noch mal. Wenn ich euch belästige, dann nehme ich Rücksicht. Der Rest ist meine Sache."
Er spricht mir aus der Seele.