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AW: Psychologie für Kinder (- oder doch besser für Eltern?)
Hi,
mit den Eltern ist das immer so eine Sache beim TT Spiel. Ich find die Eltern gut, die beim Spiel richtig anfeuern und nicht meckern.
Hatte auch schon einen Elternteil der jeden Ballwechsel lautstark kommentierte und zu mir als Trainer meinte ich müsste da doch auch eingreifen, da der Junge ja den Topspin nicht richtig spielt.
Ich denke es ist als Elternteil noch schwerer sich zurückzuhalten als als Trainer. Als Trainer versuchen wir im Ruhe auszustrahlen, schließlich ist der Schützling am Tisch ja schon nervös genug. Für einen Vater ist das sicher noch schwerer. Aber auch da lieber über Punkte freuen und vermeintliche Probleme/Schwächen hinterher mit dem Schützling absprechen. Im Spiel kann man eh nur selten auf technische Defizite einwirken.
Nichts destotrotz, die Jungs und Mädels müssen auch lernen zu spielen, wenn die Eltern dabei sind. Schließlich funktionierts heute eigentlich auch nur, wenn die Eltern die Trainer und Jugendwarte unterstützen und mit Fahrten und Betreuen entlasten, insofern kann ich nur jeden Elternteil begrüßen, der sich einbringt und seinen Nachwuchs und auch die anderen Spieler unterstützt.
Nun mal zur eigentlichen Situation:
Wenn der Spieler verkrampf oder zu verbissen wirkt hilft in den Satzpausen eigentlich nur die richtige Motivation zu treffen, da bedarf es schon ziemlich viel Fingerspitzengefühls. Ich hab da schon gute Erfahrungen gemacht, in dem ich in den Satzpausen einfach irgendeinen Blödsinn gefragt, oder gesagt habe der nichts mit TT zu tun hat, z.B. welche Computerspiele momentan in sind, was es zu Hause zum Mittagessen gab, ob es geschmeckt hat usw. Das kann wirken. Manchmal hab ich aber auch einfach Spitznamen vergeben, wie "Tiger" oder "Rakete" und die Spieler reagierten auf den Zuruf "Los Rakete" plötzlich wie losgelöst, weil es einfach im Kopf freiräume geschafft hat.
Tischtennis ist nunmal sehr viel Kopfsache. Beim Mental Training hat man mir mal den Spruch "Locker und Leicht, mit Spass an der Bewegung" eingetrichtert. Mir hilft der nicht, aber wenn ich sehe dass welche der Kinder verkrampft sind, lasse ich die den Spruch in der Satzpause aufsagen, auch wenns nur mit rumalbern klappt - es wirkt.
Vielleicht ist da ja auch was für euch dabei.
Gruß
Sven
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Was ich nach über 20 Jahren Tischtennis gelernt habe: Wo Tischtennis ist, sind immer Freunde.
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