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AW: Keine Lust mehr dank des tollen TTRs
Auf mich trifft der Name dieses Titels zwar nicht zu. Ich halte den TTR-Wert allgemein für eine gute Sache und denke auch, dass ich das System verstanden habe.
Eine Frage drängt sich mir aber aktuell auf. Und zwar wurden in den oberen deutschen Spielklassen mit dem neuesten QTTR-Lauf die Werte zum Teil deutlich geändert, d.h. mehr als zehn Punkte. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass kürzlich Ergebnisse von in Deutschland aktiven Ausländern, die diese auf internationalen Turnieren erzielt haben, eingepflegt wurden. Dies sind überwiegend solche Begegnungen, bei denen der jeweilige Gegner noch nie am Punktspielbetrieb in Deutschland teilgenommen hat.
Nun frage ich mich, wie man auf die Werte dieser Gegner, die noch nie in Deutschland aktiv waren, gekommen ist? Ich kann nicht erkennen, dass man ein System gefunden hat, diese Werte realistisch zu halten.
Insgesamt fällt auf, dass die Werte insbesondere von Nachwuchsspielern durchweg zu niedrig sind. Beispiele:
- Tamas Lakatos (Ungarn, WR 284): QTTR 2159; realistische Spielstärke 2. Bundesliga 1. PK
- Michal Benes (Tschechien, WR 495): QTTR 2053; Liang Qiu, WR 554, hatte beim vorigen Stichtag (vor Einpflegung der internationalen Jugendturniere) dagegen einen QTTR von 2277
Das Problem ist, dass sich solche unrealistischen Werte umso stärker bemerkbar machen, je mehr international aktive Nachwuchsspieler in einer Liga aktiv sind. Die Relation der Werte der in einer solchen Liga aktiven Spieler gegenüber Akteuren in Ligen ohne international aktive Nachwuchsspieler wird somit fälschlicherweise verschoben. Die korrigierenden Effekte in Folge überregionaler Veranstaltungen innerhalb Deutschlands werden hierdurch leider wieder zunichte gemacht.
Ich hoffe, dass den Verantwortlichen die Folgen der fehlerhaften Initialisierungen von nicht in Deutschland aktiven Spielern bewusst werden.
Ich vermute, das Problem der zu niedrigen Werte von internationalen Nachwuchsspielern hat folgenden Hintergrund.
Ein Spieler wird z.B. mit 14 Jahren initialisiert. Er spielt die folgenden zweieinhalb Jahre ausschließlich auf Nachwuchsveranstaltungen, d.h. überwiegend gegen Gegner, die fast ausschließlich ebenfalls an Nachwuchsveranstaltungen teilnehmen. Allerdings verbessern sich Spieler in diesem Alter sehr stark. Die hinzugewonnene Spielstärke (d.h. zusätzliche TTR-Punkte) kann jedoch in hinzugewonnenen TTR-Punkten nicht dargestellt, da dem System nicht genügend zusätzliche Punkte zugeführt werden.
Vereinfacht gesagt:
In einem System spielen A, B und C. Alle drei sind gleich spielstark und werden mit 1000 Punkten initialisiert. A, B und C verbessern sich durch gutes Training in den folgenden zweieinhalb Jahren deutlich und vergleichbar stark. Das Resultat: A, B und C haben auch nach zweieinhalb Jahren jeweils ca. 1000 Punkte, obwohl ihre realistische Stärke inzwischen z.B. 1300 Punkten entspricht.
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