Zitat:
Zitat von Brett13
Beim TTR-Wert von Spielstärke zu sprechen, halte ich nachwievor für grundverkehrt. Es ist nicht mehr als ein statistischer Wert, der die Gewinnwahrscheinlichkeit an Hand alter Spielergebnisse berechnet. Dabei wird noch nicht mal unterschieden, ob jemand ständig hoch gewinnt oder verliert, oder äußerst knapp. Ob jemand ständig gegen Linkshänder, Abweherer oder weiß der Himmel was gewinnt oder verliert, wird noch nicht mal erfasst.
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Zum Glück wird hier neben der schon häufiger gewünschten Unterscheidung zwischen Turnier- und Liga-TTR nicht auch noch gefordert, dass getrennte Werte ermittelt werden, die Auskunft darüber geben, wie die jeweilige Gewinnwahrscheinlichkeit gegen Links-/Rechtshänder, Angriff/Abwehr am Wochentag/Wochenende usw. Auskunft gibt ;-)
Im Ernst: der TTR-Wert ist unbestritten eine statistische Größe. Diese soll aber dem entsprechen, was man umgangssprachlich als "Stärke" bezeichnet. Wenn die Stärke für dich etwas anderes ist, dann würde mich interessieren, wie du diese definierst und ob du bei der Frage "wie stark ist der Spieler?" auf alle o.g. Differenzierungen (die ja tatsächlich gerade in unserem Sport grundsätzlich valide sind - bitte nicht falsch verstehen!) eingehst.
Zum Thema "Höhe eines Sieges" etc.: Grundsätzlich würde ich dir hier folgen: eine objektive ermittelte "Deutlichkeit" des Leistungsunterschiedes würde man sicher liebend gerne in die Berechnung mit einbeziehen, denn nach natürlichem Empfinden spielt es durchaus eine Rolle, ob man "hoch" oder "knapp" verloren/gewonnen hat. Ich denke, dass dies alles andere als trivial ist, sondern dass eine Bewertung häufig mehr oder minder subjektiv aus dem Spielverlauf abgeleitet wird und das nackte Ergebnis oft nur eine Ahnung davon vermittelt. Zur Selbstkontrolle: was ist knapper? Ein 11:1 im 5. Satz oder ein 0:3 mit 22:24 in allen drei Sätzen? Bälle könnten also auch relevant sein. Das ist aber ebenfalls heikel, da es nicht so selten ist, dass ein Spieler das Spiel gewinnt, der insgesamt weniger Punkte als sein Gegenüber machte...
Wenn man sich nun noch vor Augen führt, dass alleine die Einbeziehung eines Sieges oder Niederlage auf einem Turnier von einigen mit der Begründung abgelehnt wird, dass man dort ja nicht "voll" spielen würde, kann man sich ausmalen, wie sperrig hier ein Ansatz sein kann.
Viele der Dinge die einfach, klar und logisch erscheinen, erweisen sich bei näherer Betrachtung als durchaus komplexer. Ich kann versichern, dass keiner der Beteiligten die Hände in den Schoß legt und sich daran ergötzt, wie toll doch alles läuft. Ich bin davon überzeugt, dass einiges/viel erreicht wurde, bin darüber hinaus aber ganz sicher, dass hier noch mehr möglich ist - gerne auch mithilfe von Anregungen aller Art wie z.B. hier über Forums-Beiträge (die zumindest ich aber auch weder alle lesen, geschweige denn alle beantworten kann).
Viele Grüße,
Christian Franzel.