Rückzugswelle überschattet Tischtennis-Reform
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Hauptziel der DTTB-Reform ist es, den Abstand zwischen 1. und 2. Bundesliga zu verringern und den Zweitligateams den Sprung in die oberste Spielklasse zu erleichtern. Doch durch die Rückzugswelle wird die Liga-Reform fast Makulatur. Bezeichnend ist, dass die Spitzenteams der Damen nicht im Unterhaus weitermachen wollen, sondern sich in den Amateursport verabschieden. Dass in den Ligen wahlweise mit Dreier-, Vierer- oder Sechser-Teams nach unterschiedlichen Systemen gespielt wird, ist Zuschauern, Medien und Sponsoren kaum zu vermitteln.
Tischtennis steckt als Spitzen-Teamsport in Deutschland in einer tiefen Krise, auch weil die Asse bei internationalen Turnieren viel mehr Geld als früher verdienen können. So sind allein auf der World Tour jährlich über eine Million US-Dollar (770 000 Euro) ausgelobt. Und in der betuchten russischen Liga können Stars wie der deutsche Olympia-Dritte Dimitrij Ovtcharov mit weniger Einsätzen deutlich mehr Geld kassieren als in der Bundesliga.
(René Adler, dpa)
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