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Alt 27.01.2004, 11:27
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fortune39 fortune39 ist offline
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die goldene mitte gibts hier nicht.

meiner meinung nach gibt es für einen jungen menschen, der sich (oder dessen umfeld) früh für den spitzensport entscheidet, keinen goldenen mittelweg.
nahezu tägliches training, gymnasium, abitur, einen freundeskreis außerhalb des sports und in beiden bereichen - sport und schule - gute leistungen; wie stellt ihr euch das vor?

wer heutzutage im sport in die nationale und internationale spitze vordringen will, muss seinen weg, soweit das möglich ist, planen und konsequent verfolgen. er, oder sie, und natürlich das familiäre umfeld des sportlers muss sich bereits am anfang dieses weges im klaren sein, dass es außer dem sport und der schule keinerlei engere kontakte zu "normalsterblichen" geben wird. keine schulfeste, keine parties, burtselfeiern, wenige freie wochenenden, etc., etc. in diesem zeitraum, ab einem alter von ca. 8 jahren bis letztendlich zum ende der sportlichen karriere wird sich daran nicht viel ändern, soll sich der angestrebte erfolg einstellen.

die schulausbildung wird darunter leiden und maximal wirds die mittlere reife, was aber nun auch kein beinbruch ist. die sozialen kontakte werden sich auf das umfeld in der gewählten sportart beschränken.

das ist meine meinung zur allgemeinen situation eines hochleistungssportlers in der heutigen zeit.

was die situation von sebastian betrifft, halte ich es für bedenklich, wenn man einerseits fordert, die jungen spieler in höherklassigen vereinen einzusetzen und andrerseits mit den vielen terminen einer langen punkterunde nicht einverstanden ist und einen passus fordert, der junge spieler von der teilnahme an mehreren punktspielen befreit. wie soll ein vereinsverantwortlicher da planen? das geht nicht!
vor der bayerischen einzelmeisterschaft der damen und herren wurde in einem thread emotional über das plakatmotiv diskutiert, auf dem sebastian (übrigens sehr gut erwischt) abgebildet war. einige hielten es für unpassend, einen 13-jährigen auf einem plakat eines erwachsenenturniers abzubilden.
da war es noch ganz selbstverständlich, dass sebastian an dieser meisterschaft teilnimmt und sogar auf dem plakat zur bem abgebildet ist. nun war es plötzlich überflüssig und falsch an dieser meisterschaft teilzunehmen...

was ich damit sagen will: möglicherweise hat sebastian ein kleines tief und mit ihm sein umfeld. ende letzten jahres war er einige wochen bei einem trainingslager in china, hatte also so gut wie keine pause zum jahreswechsel. dass die leistungen schwanken ist normal. aber in zeiten, wo es mal nicht so gut läuft, einen rückzieher zu machen, auf die vielen termine zu schimpfen, entlastung durch weniger termine zu fordern, halte ich für den falschen weg.

der weg ist nunmal steinig und nur wenige halten ihn durch. fragt man diese "helden" jedoch, ob sie sich das nochmal antun würden, hab ich bisher noch keinen gehört, der gesagt hat: "nein, nie mehr wieder tu ich mir das an." alle würden es nochmal so machen.

ich wünsch dem sebastian, dass er durchhält und dass auch sein umfeld die nötige ausdauer hat. schließlich bin ich ja auch ein fan von ihm
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