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Alt 27.01.2004, 11:46
Trainercoach Trainercoach ist offline
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Re: Schlägerhaltung beim Aufschlag

Zur Schlägerhaltung:
Erst einmal sollte man schon erwähnen, dass diese Schlägerhaltung nicht charakteristisch für Timo Boll ist- ihm wird ja mittlerweile viel zugeschrieben und selbst der Wechsel der Griffhaltung von Vh- in Rh- Griff, auch als "Druckpunkte setzen" bezeichnet, wurde Herrn Hampl als Erschaffer und Timo Boll als ausführenden Spieler zugeschrieben.
Alles schön und gut, hoher Schlagansatz ok, kriegt er auch noch geschenkt, aber bitte nicht auch noch die Aufschlaghaltung!
Schon seit vielen Jahren halten Spieler beim Aufschlag den Schläger anders, d.h. locker zwischen Zeigefinger und Daumen, die restlichen Finger werden einzig und alleine abgelegt.
Ziel ist es wie oben schon erwähnt, den vollen Bewegungs- typischen Radius des Handgelenkes zu nutzen. Sollte jeder mal trocken ausprobieren, um den Unterschied zu erkennen! Es ist ein gutes Stück!
Das Handgelenk hat somit mehr Raum um zu beschleunigen und kann somit mehr Schnitt und Tempo (!) erzeugen. Die Bewegung bleibt trotzdem effizient und kurz und für den Gegner schwer zu "lesen".
Demnach bietet es sich auf höherem Niveau nicht an den einen Aufschlag mit Shakehand-Haltung zu machen und den anderen wiederum mit der oben genannten Aufschlaghaltung.
Nachteil dieser Haltung ist natürlich der Zeitverlust, daher verzichten auch mittlerweile immer mehr Spitzenspieler auf diese Schlägerhaltung wie z.B. Europameister Vladimir Samsonov.
Auf noch den ein oder anderen Beitrag zurück zukommen. Ein Wechsel in die Penholder- Haltung lohnt sich sicherlich nicht, da hier der Zeitaufwand des Wechsel zu groß ist, auch wenn natürlich die Penholder-Haltung gerade beim Aufschlag die vorteilhafteste Schlägerhaltung wäre und daher nahezu alle Penholderspieler auch einen sehr guten Aufschlag haben.
Auch beim Rückhandaufschlag bietet sich ein Wechsel nicht an. Hier würde der Vorteil des Radius nicht genutzt werden.
Allgemein bleibt zu sagen, dass die Frage Shakehandschlägerhaltung beibehalten oder in o.g. Aufschlaghaltung wechseln nicht eindeutig zu klären ist. Meine Meinung hierzu ist, dass man Kindern relativ schnell diese Möglichkeit (!) zeigen und vermitteln soll und vielleicht ein wenig differenzieren kann, da ein sehr talentierter Spieler mit einem "begnadeten Händchen" den Wechsel vielleicht garnicht benötigt, da seine Bewegung eh schon so schnell und locker ist (siehe Samsonov).
Wie dann schließlich der erwachsene Spieler entscheidet ist ihm überlassen, unter Berücksichtigung der o.g. Vor- und Nachteile und durch den Eigenversuch wird er schnell, den für sich richtigen Weg finden. Eine Umstellung von dem einen auf den anderen Weg ist auch noch im fortgeschrittenen Alter möglich, nicht so schwierig zu erlernen und u.U. auch empfehlenswert.
Viel Spaß dabei!
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