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Re: Warum werden die Schüler-Nachwuchsspieler verheizt?
Hallo Paul, meine Privatmeinung zum Thema: Auch ich sehe das nicht so "radikal" wie Du - der Hinweis auf Bastian Steger ist vollkommen richtig und keine Ausnahme. Es sollte also nicht heißen: Sport oder Schule, sondern Sport und Schule. Mit zwei 'Ausnahmen: Wenn der Schüler auch ohne Leistungssport das Abi nicht schaffen würde, muss man ihn auch nicht als Leistungssportler 13 Jahre lang in die Schule zwingen. Und: Wenn ersichtlich ist, dass der Sportler/die Sportlerin seine gesamte berufliche Karriere (und damit seine lebenslange finanzielle Existenz) mit hoher Wahrscheinlichkeit erfolgreich auf den Profi-Sport aufbauen kann (Boll, Roßkopf, Waldner u.v.a.), dann macht es Sinn, die Schule bereits mit 16 (mittlere Reife) zu verlassen und sich ganz auf den Sport zu konzentrieren.
In allen anderen Fällen würde ich immer zum "dualen System" raten: Kein Hochleistungssport ohne gleichzeitige gute schulische Ausbildung.
Die meisten Verbände haben das erkannt, auch der BTTV. Deshalb gibt's ja in Würzburg das Internat, so dass hier beides möglich ist: Gleichzeitig Schule und Leistungssport.
Dass die Belastung (nicht nur die körperliche, auch die psychische) für Hochleistungssportler besonders groß ist, sagt schon der Name. Dass die Kinder (und die Eltern) da auch Hilfe brauchen, ist auch unbestritten. Aber dass beides geht und dass man gerade auch im und mit dem Sport ganz großartige soziale und kulturelle Erfahrungen machen kann, die andere nie erleben werden (wer kommt schon als 14-Jähriger z.B. drei Wochen lang nach China?), das sollte für uns Sportler eine Selbstverständlichkeit sein. Deshalb meine Empfehlung: Wer das Talent hat, sollte es versuchen. Nicht jeder wird es schaffen, aber vertane Zeit ist der Hochleistungssport mit Sicherheit nicht.
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