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Alt 22.04.2013, 17:06
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AW: Einzel-WM Paris 2013 (13.-20. Mai)

Zitat:
Zitat von GWF.Seb Beitrag anzeigen
Ein Vorteil für die ITTF zu arbeiten ist, dass man alle Geschichten "von früher" aus erster Hand erfährt. Zu Waldners "Trainingseifer":

(Disclaimer: Ich bin mir bei Ergebnissen und den Jahreszahlen nicht 100% sicher, die Story hörte ich abends beim Bier, WTTTC 2012..)

Irgendwann zu Ende der 80er/Anfang 90er gab es ein Spiel Weltauswahl gegen China. Die erste Mannschaft spielte in China und eine B-Auswahl spielte gegen die B-Mannschaft aus China. Diese B-Auswahl wurde gecoacht von Don Parker, der erst 48h Std. vorher erfuhr, dass er als Trainer einspringen musste. Er flog also mit der B-Auswahl bestehend aus einem noch sehr jungen Waldner, Persson, Zoran Primorac und ?Andrej Grubba? (bin mir nicht sicher) nach eigener Aussage "Irgendwo in die Pampa", in Indonesien. Der Flug und die Organisation waren eine Katastrophe, und das B-Team landete weniger als 24h vor Beginn des Spiels. Primorac war nervös, weil er keine Möglichkeit zum Training fand und er sich für das Match nicht angemessen vorbereiten konnte. Waldner und Persson spielten die Nacht lang Karten und tranken das ein oder andere Getränk "Über den Durst". Am Morgen vor dem Spiel tauchte Don Parker im Hotel auf um seine Mannschaft abzuholen. Er organisierte morgens um 7 einen Tisch, an dem sich Primorac und ?Grubba? einspielen konnten, bevor der Wettkampf am frühen Nachmittag beginnen sollte. Von Waldner und Persson fehlte jede Spur. Parker wurde nervös, da er die beiden Schweden seit der Landung nicht mehr gesehen hatte. Er fand sie schließlich im Hotelpool, wo sie sich nach durzechter und durchzockter Nacht erfrischten. Beide also ohne Training, ohne Vorbereitung, ohne ordentliches Frühstück. Primorac verlor seine Spiele, Waldner gewann alles.

Don Parker sieht das als eine riesige Stärke Waldners, wenn um ihn herum alle nervös werden, weil der Flug verspätung hat, begann er Karten zu spielen. Wenn Primorac verzweifelt nach einem Tisch zum Trainieren suchte, ging Waldner erstmal eine Runde schwimmen. Waldner ging mit Druck ganz anders um, als die meisten seiner Zeitgenossen. Er war immer gelassen und locker, nie verkrampft, nie pessimistisch. Genau das zeichnete ihn aus, nicht sein Trainingseifer.
Sehr schöne Anekdote So stelle ich mir einen Waldner eigentlich vor. Sehe da Persson eher noch als Trainingstier (wie man es ja jetzt auch noch sehen kann). Es ist doch in jedem Verein und in jeder Liga das gleiche. Die, die das Talent etc. haben, trainieren so gut wie nie. Und die, die sich alles erarbeiten müssen, stehen jeden Tag drei Stunden in der Halle
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