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Alt 07.05.2013, 23:19
Frank Schmidt Frank Schmidt ist offline
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AW: Schwere Korruptionsvorwuerfe von Bosi gegen Sharara

Zitat:
Zitat von Mulder Beitrag anzeigen
Es liegt nun nahe zu behaupten, daß es kein größeres Übel als Sharara geben kann...
Ist das so offensichtlich? Für mich liegt eher nahe, dass Sharara in seiner Amtszeit mehr für unsere Sportart getan hat als viele seiner Vorgänger. Ganz sicher war nicht alles "richtig" (wobei Entscheidungen nie gänzlich richtig oder falsch sein können sondern das subjektiv im Auge des Betrachters liegt), aber Adham Sharara ist ein Mann, der sich nicht scheut, Veränderungen voranzutreiben und der sich auch nicht scheut, Dinge zu entscheiden, die unpopulär sind und Dinge auszuprobieren.

Unabhängig davon wie die Akzeptanz von Adham Sharara in der breiten Öffentlichkeit auch sein mag, ist er für mich persönlich ein hervorragender Präsident an dem sich viele Funktionäre in unserer Sportart ein Beispiel nehmen könnten.

Der Mensch ist von Natur aus so veranlagt, dass er an Altbewährtem festhalten möchte und nur ungerne Neues ausprobiert. Schafft man es jedoch über seinen eigenen Schatten zu springen und neuen Dingen gegenüber aufgeschlossen und unvoreingenommen entgegen zu treten, kann man so manches was du als "Übel" bezeichnest durchaus als Segen für unsere Sportart interpretieren.
Ich erinnere mich daran, wie groß der Aufschrei war als es hieß, dass die Sätze nur noch bis 11 gehen und wie 99% aller Tischtennisspieler geflucht haben, wie man es wagen kann, das "heilige Kalb" des Tischtennis, die 21, anzutasten. Schaut man sich hingegen heute die Stimmungslage an und auch Spiele bis 21 von früher, mache ich zunehmend die Erfahrung, dass ein Großteil der Spieler heute erkennt, dass diese Regeländerung unsere Sportart deutlich interessanter und attraktiver gemacht hat (und nein, das braucht man meiner Meinung nach nicht in Fernsehstunden oder Livestreamzeiten zu messen).

Ein guter Funktionär und ein Präsident mit Führungsqualitäten ist für mich derjenige, der immer Allen Alles recht macht sondern der, der den Mut hat, auch mal Fehler zu begehen und Dinge voranzutreiben, die im ersten Schritt nicht dazu führen, dass eine Woge der Begeisterung und Sympathie aufflammt, die viele weitere Amtszeiten garantiert sondern derjenige, der riskiert, sich unbeliebt zu machen und in Kauf nimmt, bei einer Kampfwahl, die sich jetzt andeutet, auch aufgrund solcher Entscheidungen den Kürzeren zu ziehen.
Ob man die Entscheidungen und Regeländerungen unter Sharara mag oder nicht, verdient Adham Sharara meiner Meinung nach großen Respekt und Anerkennung für die Dinge, die er in den letzten Jahren geleistet hat und die Entscheidungen, die er sich getraut hat, zu treffen.
Ich verstehe die Kritik und Skepsis, die viele hier ihm gegenüber aufbringen, jedoch sollte man sich auch fragen, ob man lieber einen Präsidenten hätte, der wie der Papst an den jahrhundertealten Traditionen festhält und keinen Millimeter davon abrückt und sich folglich auch nicht traut, irgendwelche Dinge voranzutreiben aus Angst, der Status Quo könnte in irgendeiner Form gefährdet werden oder ob man nicht jemand möchte, der 10 Entscheidungen trifft, von denen 5 vielleicht völlig in die Hose gehen, 3 ohne nennenswerte positive oder negative Einflüsse verpuffen und von denen 2 wirklich positive Effekte haben werden.
Mir ist lieber, man hat den Mut, etwas falsch zu machen als man hat den Anspruch, jedem immer nur bestmöglich zu gefallen.
Und das hat Adham Sharara zweifelsohne und das ist eine Eigenschaft, für die ich ihn bewundere und die ihn aus meiner Sicht zum perfekten Mann für dieses Amt macht - wie gesagt ist es jedem freigestellt, ihn zu hassen, zu verdammen und zu verurteilen - aber bitte respektiert, dass es auch durchaus andere Meinungen gibt, die auch nicht darin begründet sind, dass mir seine Nase besonders gut gefällt.

Ich finde es nur schade, dass einige hier sich in der Beurteilung der Leistung eines Präsidenten des Weltverbandes - einer Aufgabe von der niemand von uns auch nur annährend erahnen kann, welche Verantwortung und Bürde dieses höchste Amt in unserer Sportart mit sich bringt - auf einige Entscheidungen stützen, die einen negativen Einfluss auf einen persönlich hatten. Ganz einfaches Beispiel: ich kenne einige Leute, die glatte Noppen gespielt haben und aufgrund des Verbotes Sharara verfluchen und sagen, es könne keinen schlechteren Präsidenten geben.
Es liegt auch im menschlichen Naturell, Dinge die einen selbst negativ beeinflussen, stärker zu gewichten als die positiven Effekte, die sie eventuell auf viele andere Faktoren haben könnten. Ich persönlich hatte beispielsweise längeren E-Mailkontakt mit Sharara und einen Austausch zum Thema Neue Medien, Liveticker, Ergebnisdienste usw. und konnte ihn hierbei weder überzeugen, mit mir zusammen zu arbeiten, noch den von mir vorgeschlagenen Weg nachdrücklich im internationalen Tischtennis zu forcieren aber für meine Beurteilung seiner Leistung versuche ich dennoch, mir ein übergreifendes Bild zu verschaffen und auch wenn ich persönliche Ziele seiner Person gegenüber nicht erreicht habe, wäre es zu engstirnig, seine Leistung nur aufgrund dieser mich persönlich betreffenden Erfahrung zu bewerten.
Mir muss nicht jede seiner Entscheidungen gefallen aber ich muss den Eindruck haben, dass der Mann Visionen hat, dass er versucht, Dinge zu bewegen und sich für unsere Sportart einzusetzen - und diesen Eindruck habe ich bei Adham Sharara wie bei keinem anderen mir bekannten Funktionär auf welcher Ebene auch immer. Wie gesagt: mein persönliches Empfinden, jeder darf gerne eine andere Meinung haben.

Geändert von Frank Schmidt (08.05.2013 um 07:06 Uhr)
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