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Alt 04.02.2004, 17:21
SvenH. SvenH. ist offline
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Konsequenzen bei doppelter Spielberechtigung?

In der Regionalliga Nord hat sich folgendes zugetragen:

Der dänische Spieler Carsten Egeholt hat während der gesamten Hinrunde sowohl in Deutschland für den VfB Lübeck als auch in der dritten schwedischen Liga für Askims BTK gespielt. Da dies nicht erlaubt ist, hat er nach Bekanntwerden sofort seine Spielberechtigung verloren und darf fortan nicht mehr eingesetzt werden. So weit, so gut. Bis hierhin sind sich alle einig. Unklar ist jetzt, wie die Spiele, in denen der Spieler mitgewirkt hat, gewertet werden müssen. Sowohl in der WO des DTTB als auch in der WO des NTTV sind die Folgen eines solchen Falles nicht explizit erwähnt. Nach Meinung des Staffelleiters behält der Verein die betreffenden Punkte, weil der Verein für das Vergehen nicht bestraft werden kann. Das kann nach meinem Rechtsempfinden nicht richtig sein. Der Verein kann sich immer darauf berufen, nichts davon gewusst zu haben. Ihm das gegenteil zu beweisen dürfte äußerst schwer fallen. Die einzige Möglichkeit, solche Doppelspielberechtigungen zu unterbinden (und das muss ja das Ziel sein, sonst bräuchte man die Regel nicht), besteht darin, den Verein in die Pflicht zu nehmen. Der Verein ist der einzige, der in seinem Vertrag mit dem Spieler diesen auf die bestehenden Regeln hinweisen und evtl. später in Regress nehmen kann, falls sich der Spieler gegen die Regeln widersetzt.

Sollte es tatsächlich so sein, dass der Verein die Punkte behält, obwohl der Spieler seit Saisonbeginn zwei Spielberechtigungen hatte und auch seit Saisonbeginn für beide Vereine spielte, so wäre das eine Einladung an alle Vereine, in der nächsten Saison diese Spieler zusätzlich unter Vertrag zu nehmen. Die Vereine schließen dann mit den Spielern Verträge ab, die nur eine Vergütung pro Spiel vorsehen (d.h. sobald der Spieler seine Spielberechtigung verliert, entstehen dem Verein auch keine Kosten mehr). Ab dem Zeitpunkt, ab dem die Doppelspielberechtigung aufgedeckt wird, verliert der Spieler seine Spielberechtigung in Deutschland. Bis dahin hat er aber für den Verein wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt oder Aufstieg eingebracht, die der Verein auch behält. Im übrigen wäre ein solches Vorgehen auch nicht auf einen Spieler pro Mannschaft beschränkt, sondern man könnte eine Mannschaft zusammenstellen, deren Spieler parallel in aller Herren Länder aktiv sind. Dadurch könnte man zusätzlich noch die unteren Mannschaften des Vereins enorm verstärken, indem Spieler, die eigentlich für die erste Mannschaft vorgesehen sind, nach unten rücken. Dies wäre wiederum zum Nachteil der dortigen Gegner.

Übrigens spielte Herr Egeholt auch schon in der vergangenen Saison, als er für die 2.Mannschaft von Eilenburg in der RL Süd aktiv war, parallel bei Askims BTK. Dies ist also erst 1,5 Jahre später herausgekommen. Nun kann man sich vorstellen, wie schwer eine "Überführung" ist, wenn man z.B. einen Spieler verpflichtet, der parallel in der 5.Liga eines osteuropäischen Landes spielt, wo die Resultate noch nicht im Internet veröffentlicht werden.


Falls der VfB Lübeck die Punkte behält, wird es mit Sicherheit Vereine geben, die sich in der nächsten Saison die Regelungslücke zunutze machen und in der von mir oben beschriebenen Weise ihre Ziele zu erreichen versuchen. Der DTTB muss meiner Meinung nach für die Zukunft eine eindeutige Regelung schaffen, die eine solche Wettbewerbsverzerrung unterbindet.

Wie seht ihr den Fall?
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