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Alt 04.02.2004, 17:49
wolfgang10 wolfgang10 ist offline
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Post Der Mythos der "guten alten Hölzer"

Als ich Ende der 70er mit dem Sport anfing, gab es bei weitem nicht solch eine extreme Auswahl wie heute, doch an einige Hölzer kann ich mich noch gut erinnern. Verfolge seit mehr als zwei Jahren bei einem großen Internet-Auktionator den Gebrauchthölzer-Markt sehr aufmerksam, da ich durch ein Geschenk ("das Holz brauche ich nicht mehr, ist mir zu schnell, war Fehlkauf") ein mittlerweile auch schon altes B-o-F Carbon Off in die Hände bekam. Hätte ich so ein Holz gehabt, als ich 22 Jahre alt war, hätte ich glatt noch eine Klasse höher spielen können. Trotz der hohen Geschwindigkeit viel Kontrolle und einen riesigen Sweetspot!
Zum Thema: im Internet werden in der Tat alte Hölzer manchmal zu extrem hohen Preisen verkauft, was ich durchaus verstehen kann. Ich selbst möchte derzeit mit keinem anderen Holz als dem oben genannten spielen. Ein Bekannter bat mich einmal, für ihn ein altes = originales Butterfly Gergely (auch "Tamca 5000" oder so genannt) zu besorgen. Ich fand es für viel Geld im Internet, konnte es also ersteigern und er ist seither happy.
Mit dem Gergely konnte ich selbst mal spielen und es ist so ganz anders als alle anderen Offensiv-Hölzer, die ich bisher testen konnte. Das Furnier soll aus Kirsche und Buche bestehen! Ganz anders als die tropischen Edelhölzer der anderen Schläger. Das Holz hat trotz seiner enormen Geschwindigkeit ein hervorragendes Gefühl - wenn man sich mal daran gewöhnt hat (und die Bälle nicht mehr meilenweit über den hinteren Tischrand hinaus fliegen), kann man riesige Geräte verlegen. Kann mir durchaus vorstellen, daß ein talentierter und trainingseifriger Spieler mit entsprechendem "Ballgefühl" echt geniale Bälle damit spielen kann.
Fazit: Ich halte es durchaus für möglich, daß man früher Hölzer konstruierte (verschiedene Furniere, Holzstärken, Verleimungen, Griffformen, Schlägerblattformen), die einzigartige Eigenschaften ergaben. Das uralte Gergely-Holz wurde ja in den letzten Jahren von Butterfly neu aufgelegt, aber man sagt, daß dieses Holz bei weitem nicht an das Original herankomme.
Wir haben es mit einem höchst psychisch anstrengenden und anspruchsvollen Sport zu tun, so daß das individuelle Empfinden eine entscheidende Rolle spielt. Um die Frage "Mythos der guten alten Hölzer" zu untersuchen, müßte man eine Testreihe durchführen, indem man einfach mal solche Klassiker mit ihren Nachfolgern oder ähnlich gelagerten neueren Modellen durch eine größere Zahl von Spielern unter konstanten Bedingungen (gleiche Bälle, gleiche Beläge) testet.
Zum Schluß noch ein Nachtrag: das von mir erwähnte B-o-F Carbon Offensiv ist für mich selbst so genial, daß ich sagen muß, daß "neuere" Hölzer durchaus auch Spitze sein können. Aber da das Holz vor etwas mehr als zehn Jahren (?) auf den Markt kam und seit vielen Jahren nicht mehr im Handel verfügbar ist, ist es für mich schon jetzt zu meinem persönlichen Klassiker geworden. Konnte mir im Internet noch zwei sehr gut erhaltene Exemplare für wenig Geld ersteigern.
wolfgang10
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