|
Re: Umfrage zu eurem Spielsystem
Hallo JanMove
Ich bin's wieder einmal. Vieleicht gelingt es uns mit der Zeit, das "müde" Forum des OTTV anzuturnen. Mal schauen...
Bei meiner Fragestellung ist auch eine Vision mit enthalten. Ich sehe noch eine Steigerung im TT, wenn sich die Spieler deutlicher auf eines der vier Spielsysteme konzentrieren und spezialieren. Ich hatte mein hellste Freude am Spiel des Südkoreaners Yoo Se Hyuk an der WM in Paris. Der hat ein ganz klares allround Spielsystem: RH-Verteidigung (LN) mit so viel Unterschnitt, dass selbst ein Kreanga daran verzweifelte und einem explosiven und sehr sicheren Vorhandtopspin. Als Variation nimmt er noch die VH-Verteidigung dazu, um seine Gegner im Umklaren zu lassen, wann er mit der VH angreift. Der Typ beherscht also eigentlich nur drei Schläge und diese dafür in allen Variationen. Für mich ist das Zukunftsmusik.
Ich stelle mir das mit dem Topspinspiel auch so vor. VH- und RH-Topsin in allen Variationen: Über dem Tisch in Form von Flips, im passiven Spiel in Form von Spinblocks und im aktiven Spiel von langgezogen TS's bis zu kurzen Spinkontern. Ich sehe das Problem nicht bei der Ausfürung der Schläge. Du spielst einfach nur noch mit Überschnitt in allen Variationen. Das ist eine Grundhaltung und nicht ein Level, das nur Timo Boll beherrscht. Das kann jeder lernen, halt auf seinem Niveau. Wenn's Spass macht, ist das die erste und wichtigste Motivation. Du brauchts auch nicht Weltmeister zu sein.
Ebenso gehen meine Visionen dahin, dass es wieder mehr Konterspieler geben sollte, die hätten durchaus auch ihre Chancen: Geile KN-Beläge, die recht unempfindlich sind auf Schnitt und auf der VH über ausreichend Beschleunigung verfügen, können bei entsprechender Beherrschung einem TS-Spieler ganz schöne einheizen. Die Chance des Konterspielers ist ganz klar das Tempo: Der TS brauch einfach etwas länger wegen der ausgeprägteren Ausholphase.
Die gleichen Argumente gibt es auch für den reinen Verteidigungsspieler. Variantenreiche Verteidigung auf der VH und RH mit entsprechenden Belägen (z.B. LN auf RH und OX auf Vorhand) als Alternative bräuchte er auf noch einen derben Angriffsschlag mit der LN.
Du siehst eigentlich ist die ganze Amateurscene farblos. (Darum fällt ja auch so ein Frank Müller auf, der auch mit einer klaren Linie in seinem Spiel auftritt und sogar in der 1. Liga Doppel gewinnt.)
Ich finde das allseits beliebte "Allroundspiel" mit von allem ein bisschen schon etwas öde. Die Leute wollen halt gewinnen und spielen im Ernstfall nur noch ihre sichersten Schläge. - Aber macht das auch wirklich Spass? -. Ich selbst habe für mich festgestellt, dass ich einen Match klar verlieren kann, weil ich z.B. einen langsamen Ball mit viel Unterschnitt der auch noch eher kurz ist und von so einem Opa mit einem Tackiness D gespielt wird. Ich versuch's dabei acht Mal und es kommen nur 2 bis 3 Bälle von mir auf der gegenrischen Tischplatte an. So einen Match kann ich locker verlieren und es beisst mich kein bisschen. Ich weiss, dass ich das noch nicht beherrsche. Aber die Erfolgsrate steigt langsam aber kontinuierlich. Dann braucht es halt noch viel Maches gegan Opas und Schupfspieler. Irgenwann ist dann meine Quote bei 90% und dann wird's erst richtig geil. In der Zwischenzeit verliere ich halt. Muss mann können, sonst kann man nicht gewinne. Die Spezialisierung fördert halt auch noch andere Qualitäten. Man ist anfänglich viel abhängiger von der Tagesform, von der Spielweise des Gegners und von den äusseren Bedingungen. Man muss dann echt bescheiden werden, verlieren können, Geduld und Ausdauer lernen usw.
In diesem Sinne wünsche ich allen noch ein schönes Wochende
Gruss
"... und möge der Spin mit dir sein"
|