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Ausländerregelung
Man merkt aus Euren Antworten, die trotzdem sehr wertvoll sind, daß wenig Wissen zur neuen Ausländeregelung besteht. Der DTTB argumentiert nur noch juristisch, und das sehr umstritten und dann auch noch so, daß es keiner versteht. Deshalb der Versuch, es in einem Satz zu verdeutlichen: Es darf künftig maximal nur noch ein "Ausländer" in einer Mannschaft unterhalb des Profisports 1. Bundesliga spielen, aber nur dann, wenn er eine sog. Aufenthaltsbewilligung/Genehmigung dem jeweiligen Verband vorlegt.
Eine solche Aufenthaltsgenehmigung bekommt im Regelfall nur der, der entweder DM 3.000 monatlich verdient (also keiner) oder vom zuständigen Ausländeramt als Student/Tourist mit einer Aufenthaltsbewilligung für einen bestimmten Zeitraum (maximal ein halbes Jahr) bedacht wird.
Das würde bedeuten, daß, wenn die Gerichte (natürlich nach dem Wechseltermin) dem allem zustimen und die Vereine sich daran halten würden, daß dann kein Nicht-Eu-Ausländer mehr hier (trainieren und) spielen dürfte. Und das wiederum würde dazu führen, daß die Ligen ab 2. Bundesliga abwärts so schwach würden, daß der wirklich talentierte deutsche Jugendliche keine wirkliche Herausforderung mehr hätte. Ohne Ausländer werden auch die deutschen Jugendlichen schwach!
Und wenn man dann bedenkt, daß diese Regelung maximal so lange hält, bis in wenigen Jahren die Ostländer ohnehin der EU angehören, dann wird dieser Beschluß ohnehin zur Farce. Aber er wird den deutschen Tischtennissport so weit zurückwerfen wie nichts in der Vergangenheit.
Ich gehöre einem Verein an, der noch nie einen Ausländer in seinen Reihen hatte, aber in den letzten 15 Jahren einige der besten Jugendlichen Deutschlands herausgebracht hat - auch dank der Spiel- und Trainigsstärke der "Ausländer", die übrigens auch als Sparringspartner vom Verband (nicht ohne Vergütung) bezahlt wurden. Jetzt haben wir zum ersten Mal - in der Oberliga - einen "Ausländer" an Nr. 3 hinter unseren beiden Jugendlichen, die beide 17 Jahre alt sind und beide von unserem "Ausländer" profitieren.
Klar: Es gibt Auswüchse. Aber wegen dieser Auswüchse darf man nicht hergehen und die internationale Klasse unserer Jugendlichen aufs Spiel setzen. Und genau das wird passieren: "Ausländer" raus - Klasse raus! Wer als Jugendlicher gut ist, der setzt sich auch gegen "Ausländer" durch. Auch deshalb ist dieser Beschluß das größte Eigentor, das die Verbände jemals beschlossen haben.
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