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Re: Guter Topspin...und dann ??
Ich glaube, alle Angreifer haben im Verlauf ihrer Karriere mehr oder weniger dasselbe Problem. Wie schon geschildert, kann man sich natürlich je nach Gegner mit langsameren, spinreichen Topspins oder soweit möglich mit harten Bällen taktisch behelfen.
Aus meiner Sicht stecken dahinter aber v.a. drei Problemkreise:
- Schlagtechnik in Verbindung mit dem Laufen/Stellung suchen
- Antizipation des nächsten gegnerischen Balles
- Platzierung v.a. des ersten Angriffsballes
ad Schlagtechnik:
Der Topspin sollte technisch so ausgeführt werden, dass das Ende des Schlages quasi die Ausgangsposition für den nächsten Ball wird und eine automatische Positionierung möglich wird. D.h. keine zu extreme, lange, ausladende Bewegung womöglich noch mit Ueberdrehen des Rumpfes, sondern zeitsparende möglichst kurze Abläufe aus kompakter Stellung (so ähnlich wie gute Skifahrer die Dynamik des Endes eines Schwunges als Ausgangsbasis für den nächsten Schwung nutzen). So wird der Zeitdruck plötzlich viel geringer.
ad Antizipation und Platzierung:
Man sollte mal drauf achten, wo die Trainingspartner die Topspins in Trainingssätzen am häufigsten zurückspielen. Es gibt da durchaus erklärbare Muster, die eigentlich mit wenigen Ausnahmen fast immer gelten. Schnellere Bälle werden sehr häufig automatisch mehr oder weniger punktsymmetrisch über den Tischmittelpunkt zurückgespielt, weil das der einfachste Ball ist ("der Ball kommt dahin zurück, wo er herkommt"). Harte Tops aus der RH kommen diagonal zurück, harte VH-Tops ebenfalls, etc.
Ein stärkerer Spieler orientiert sich nach seinem letzten aktiven Ball aufgrund seiner Erfahrung (und weils im Training sicher auch so eingeschliffen wurde) automatisch am wahrscheinlichsten nächsten Ball. Das wäre dann Antizipation und lässt gewisse Ballwechsel stärkerer Spieler so leicht aussehen. Als Topspinspieler hat man sowieso den Vorteil gegenüber dem Blocker, dass man grundsätzlich der aktive Part ist, man weiss also, wo man hinspielt, und damit eigentlich auch, wohin der nächste Rückschlag kommt.
Daraus ergibt sich v.a. für die Unter- bis Mittelklassespieler das Grundprinzip, dass die Mehrzahl der Topspins irgendwo in die Tischmitte gespielt werden sollten: Ergibt unangenehme "Handgelenkbrecherblocks" für die Gegner um den Wechselpunkt herum, die zudem meistens auch irgendwo in die Mitte zurückkommen, so dass man bequem mit der VH weiterziehen kann. Man gibt dem Gegner so auch weniger Möglichkeiten zum Winkelspiel ohne Risiko (auch ein Timo Boll spielt z.B. nicht selten und ausgezeichnet gerade in die Tischmitte/auf den WP).
Häufig wird halt zu früh in eine Ecke gezogen, was gute Blocker in der Regel freut und dazu führt, dass der Topspinspieler den Bällen hinterher nach links und rechts rennt und sich eigentlich selber ausspielt.
Also: Schlagtechnik nach modernen Prinzipien perfektionieren; gute Platzierung und Antizipation bewusst schulen.
MfG
Taugenichts
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