Re: Helft mir bitte bei der Schlägerwahl!
Hallo Buddy,
möchte mich mit einer Meinung äußern, die eine andere Sichtweise als die des SriverKillers darstellt. Gerade beim Einstieg in unseren Sport entsteht schnell Verwirrung, wenn man die ganze Vielfalt der Beläge, Hölzer und Schwammstärken betrachtet. Wenn Du noch nicht weißt, welches Material für Dich geeignet ist, wäre es Geldverschwendung, die in Frage kommenden Beläge zu kaufen, um sie dann zu testen.
Ich rate zu einem umfassenderen Lösungsansatz dahingehend, daß Du im Training mit verschiedenen Vereinsmitgliedern trainierst und diese bittest, zunächst nur bestimmte Bälle zu spielen. Einfache Absprache: nur Rückhand-Schupfen. Nach etwa 5 Minuten "Einspielen" bittest Du den Trainingspartner um einen kurzen Schlägertausch - er spielt mit Deinem Schläger und Du mit seinem. Jetzt kannst Du in unmittelbarem Wechsel testen, wie sich der Schläger des Anderen beim RH-Schupfen verhält. Dabei kannst Du auch gleich sein Holz mit testen. Entscheidend ist hier nämlich, daß die Kombination Holz-Belag ganz ganz wichtig ist! Dann kannst Du mal seinen Schläger drehen, sofern der Andere zwei unterschiedliche Beläge hat. Jetzt hast Du wieder eine Vergleichsmöglichkeit.
Wichtig bei dieser Vorgehensweise ist, daß Du den Wechsel von einem Schläger zum anderen (Schlägerwechsel) oder gar von einem Belag zum anderen (Drehen eines Schlägers mit zwei gleichen Belägen) abrupt durchführst. Nicht heute abend zwei Stunden mit einem Schläger spielen und dann in drei Tagen oder nächste Woche wieder mit dem eigenen. Das bringt gar nichts. Genauso unsinnig ist es, einfach nur so vor Dich hin zu spielen. Das ist leider in den unteren Spielklassen und in den allermeisten Vereinen der Fall. Regelmäßige Übungen erlauben Dir ein Höchstmaß an Urteilsfähigkeit hinsichtlich der Eigenschaften des Materials! Nicht warten, bis Du beim freien Spiel zufällig zwei Stupfbälle oder Blocks hintereinander spielst, sondern ganz gezielt für Dich wichtig und allgemein grundlegende Schläge provozieren.
Noch ein Wort zum direkten Wechsel des Materials: Stell Dir mal vor, Du gehst im Sommer ins Freibad. Die Lufttemperatur ist über 30°C und das Wasser im Freibad emfpindest Du als "kühl bis kalt". Wenn dann ein Gewitter kommt, kühlt die Luft sehr stark ab und nach dem Gewitter empfindest Du das Wasser im Freibad als angenehm warm. Die Temperatur des Wassers hat sich nicht verändert, aber die niedrige Lufttemperatur läßt das Wasser subjektiv als wärmer erscheinen. Du mußt einfach versuchen, direkt die Beläge bei den gleichen Schlägen und beim gleichen Gegner zu testen. Noch wirksamer ist diese Methode, wenn Du nach einem etwa 10 bis 15 Minuten dauernden Test direkt wieder auf Deinen eigenen Schläger gehst. Dann hast Du nämlich einmal die Umstellung auf den neuen Belag / die neue Kombination Belag-Holz und dann gleich wieder den Sprung zurück zur vorigen. Durch diesen doppelten abrupten Wechsel und das hin und her merkst Du rasch, wo die Unterschiede liegen. Du kannst auch - je nach verfügbarer Zeit und Geduld des Trainingspartners! - mehrere Wechsel hintereinander machen. Aber bitte nicht an einem Abend drei bis vier verschiedene Schläger ausprobieren! Wenn Du eine Kelle in die Hand nimmst, die Dir von Anfang an gar nicht gefällt (zu schnell, zu langsam, lange Noppen, Antitop), dann laß es bleiben. Wenn Du aber mit dem Schläger bei den Grundschlägen klar kommst, kannst Du weiter experimentieren und die Testreihe fortsetzen.
Wenn es in Deinem Verein keine oder zu wenige Spieler gibt, die sich an solchen Methoden beteiligen, dann würde ich mich rotzfrech bei Nachbarvereinen umsehen. Nimm doch mal während eines Punktspiels Kontakt zu den Spielern der gegnerischen Mannschaft auf, mit denen Du gut auskommst. Dann kannst Du ihnen klarmachen, daß Du mal mit ihnen in deren Training spielen möchtest und keine Wechselabsichten hast. Dann stimmen viele nette Leute zu und Du kannst dann ganz unverbindlich und ohne Hintergedanken zu denen ins Training gehen. Diese Methode habe ich angewandt, als ich vor 20 Jahren intensiv trainieren wollte, aber nicht an jedem Trainingsabend Zeit hatte. Ich fand einen ähnlich trainingshungrigen Spieler, dessen Verein an ganz anderen Wochentagen Training hatte als mein Verein und somit hatte ich plötzlich drei Trainingsabende pro Woche statt nur zwei. Wenn ich also einmal keine Zeit hatte, konnte ich trotzdem zwei Mal die Woche trainieren, wenn es gut lief war ich drei Mal pro Woche im Training. Und an zwei dieser drei Tage war mein Kumpel vom anderen Verein anwesend, so daß ich stets einen trainingswilligen Spieler als Trainingspartner zur Verfügung hatte.
Nun noch etwas zum Ausprobieren von Belägen: in den Foren wirst Du Beiträge finden, die sich mit dem Versiegeln (dem Lackieren) von Hölzern beschäftigen. Diese Methode ermöglicht es Dir, die Beläge ohne Belaglöser und ohne Schäden an Belag und Holz zu verursachen rasch abzuziehen, um einen anderen Belag aufzukleben. Das bietet in einem entsprechenden Umfeld (Verein mit Spielern, die vom Training eine Ahnung haben) die Möglichkeit, Beläge anderer Spieler auf dem eigenen Holz auszuprobieren. Das heißt, man kann sogar die Beläge für einen Trainingsabend oder eine Stunde oder weniger austauschen. Das ist die ideale Lösung, um untereinander zu experimentieren. Aber so etwas findet man nur bei fortgeschrittenen Spielern, ist in den unteren Spielklassen eher selten bis gar nicht zu finden. Habe das Abziehen und wieder Aufkleben von Belägen bei versiegelten Hölzern schon mehrmals vorgeführt - das Resultat war ungläubiges Staunen.
Soweit meine Meinung: nicht Beläge kaufen, sondern einfach mal mit fremden Schlägern spielen und schauen, wie sich diese bei den verschiedenen Schlägen verhalten. Da wirst Du zunächst staunen wegen der Vielfalt, dann wirst Du ein Gespür dafür bekommen, was für Material Du in der Hand hast und in zwei drei Jahren hast Du schon eine ganz andere Einstellung zur Materialfrage im TT. Mit viel Glück und Durchhaltevermögen kann Dir passieren, was mir widerfahren ist: bekam von einem Kumpel ein Carbonholz geschenkt, das er sich gekauft hatte und das für ihn zu schnell war. Das Holz lag ein Jahr lang in der Schublade, bis ich es spaßeshalber mit einem schon abgespielten Belag beklebte und ein paar Konterbälle spielte - geniales Gefühl! Kaufte mir den Belag zweimal ganz neu im Laden und beklebte das Holz. Fazit: eine geniale Kelle, mit der ich ganz tolle Bälle spielen kann. Habe mir mittlerweile dieses Holz gebraucht schon mehrfach im Internet bei xxxx.de ersteigert und bin auf der sicheren Seite. Reiner Zufall, aber wer nichts probiert wird nie Fortschritte bei der Matieralauswahl machen. Die katalog-Listen mit Geschwindigkeitswerten und so weiter kann man meiner Meinung nach vergessen...
wolfgang10
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