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AW: 9/11 Inside Job?
Bei den Videos erkennt man überhaupt nichts, auch die Entfernung ist nicht richtig einschätzbar. Weder ein Beweis für eine Boeing noch für etwas anderes.
Hier wurde ja schon ziemlich viel von dir widerlegt, Tackiness Spiegelartikel hat auch was für dich zu deinen angeblichen lebenden Terroristen.
Da ich mir sicher bin, dass du dir das nicht durchgelesen hast, hab ichs mal gepostet. Ups, Märchengeschichte zerplatzt.
""Daraus", so Bröckers und sein Co-Autor Andreas Hauß in ihrem - laut Umschlagtext - "akribisch" recherchierten Buch, "ergeben sich ... weit reichende Konsequenzen für den gesamten Fall, weil dann völlig unklar wäre, wer die Flugzeuge eigentlich gesteuert hat".
Auf welch tönernen Füßen diese Argumentation steht, deutet sich nur drei Zeilen weiter an. "Wir", so die Autoren, "haben sie nicht aufgesucht und persönlich interviewt. Sie sind in letzter Zeit auch von sonst keinem interviewt worden." Möglicherweise seien die Untoten jetzt auch nicht mehr am Leben. Falls doch, müsse man Verständnis haben, dass jemand, der "des vieltausendfachen Massenmordes bezichtigt wird", sich verkriecht "und für Interviewanfragen nicht zur Verfügung" steht.
15 Seiten brauchen Bröckers und Hauß, um ihrer Konstruktion über Selbstmordattentäter den Anschein der Plausibilität zu geben. Bülow benötigt 5. Dabei reichen ein paar Anrufe, um die Zombie-These der beiden zum Einsturz zu bringen. Die Aufklärer hätten nur kurz bei jenen nachhören müssen, die sie selbst als "seriöse" Quellen für ihre Argumente angeben. Beispielsweise bei der BBC, die am 23. September 2001 in der Tat meldete, dass einige der als Terroristen Verdächtigten gesund und munter gegen ihre Nennung als Attentäter protestiert hätten.
Nur: Bei der BBC erinnert sich der zuständige Mitarbeiter erst nach Angabe des Sendedatums an die angebliche Sensation. "Nein, Video- oder Fotoaufnahmen der Betreffenden hatten wir damals nicht", sagt er. Quelle für die Meldung seien Berichte arabischer Zeitungen, wie der englischsprachigen saudischen "Arab News" gewesen.
Die Dame im Call-Center hat die Nummer der "Arab News" auf Knopfdruck parat. Anruf in Dschidda, Saudi-Arabien. Wenige Augenblicke später ist Managing Editor John Bradley am Apparat. Als der Mann von "Arab News" hört, worum es geht, prustet er kurz los und sagt: "Welch ein Unsinn, davon redet hier schon lange kein Mensch mehr."
Seine Reporter hätten damals, so Bradley, nicht selbst mit den "Überlebenden" gesprochen, sondern Berichte anderer arabischer Blätter zusammengefasst. Die seien zu einem Zeitpunkt erschienen, als nur eine Namensliste der mutmaßlichen Attentäter vorlag, die das FBI am 14. September veröffentlicht hatte. Fotos gab die US-Bundespolizei erst am 27. September heraus, vier Tage nach den zitierten Meldungen.
Mit den Fotos war der Unsinn von den überlebenden Terroristen schnell erledigt. Bradley: "Das Ganze ist auf das Chaos in den ersten Tagen nach dem Anschlag zurückzuführen. Es handelte sich um zufällige Namensgleichheiten." Die Namen von zwei der angeblich überlebenden Attentäter - Said al-Ghamdi oder Walid al-Schari - gebe es in Saudi-Arabien "so häufig wie John Smiths in den USA oder Großbritannien".
Die letzte Erklärung liefert die Zeitung "Asharq Al-Awsat", eine der Quellen von "Arab News", die wiederum der BBC als Quelle diente. Mohammed Samman heißt der Reporter, der seinerzeit in Tunis jenen Said al-Ghamdi interviewte, der mächtig erschrocken war, als er auf der FBI-Liste als Attentäter auftauchte.
An seine große Story erinnert Samman sich gut. "Das war eine wunderbare Geschichte." In der Tat, das war sie, nur mit der von Bröckers und Bülow zusammenphantasierten Variante hat sie nichts zu tun.
"Das Problem war", so Samman, "dass nach der Veröffentlichung der ersten FBI-Liste CNN ein Foto des Piloten Said al-Ghamdi veröffentlicht hatte, das aus den Akten jener saudischen Piloten stammte, die irgendwann einmal offiziell in den USA trainiert hatten."
Nachdem Sammans Story durch die Nachrichtenagenturen gerauscht war, meldete sich CNN bei ihm. "Ich gab ihnen Ghamdis Telefonnummer. Die CNN-Leute redeten mit dem Piloten und entschuldigten sich in aller Form. Die Sache war ganz offensichtlich eine Verwechslung. Die Familie der Ghamdis ist eine der größten in Saudi-Arabien, und es gibt Tausende, die Said al-Ghamdi heißen."
Der Bitte, sich die FBI-Foto-Liste noch einmal anzuschauen, kommt Samman gern nach: "Der Ghamdi auf dem Foto ist nicht der Pilot, mit dem ich geredet habe."
Dass des Rätsels Lösung so nahe liegt, hätte den Geheimniskrämern auffallen müssen. Unisono schreiben sie, ein Abd al-Asis al-Umari sei vom FBI als Täter benannt worden, und es gebe offenbar mehrere Personen dieses Namens. Bröckers und Hauß fiel sogar auf, dass das FBI zunächst einen falschen Vornamen an die Presse gegeben hatte. Fakten, die auf eine Verwechslung deuten - was den Verschwörungstheoretikern offenbar nicht plausibel schien.
Im Fall des angeblich überlebenden Terroristen Walid al-Schari ist die Wahrheit noch simpler. Zumindest Bülow hatte die Chance, den Fehler zu vermeiden. Immerhin schreibt er in seinem Buch über den angeblichen Attentäter Schari: "Lebt nach Auskunft der Fluggesellschaft Royal Air Maroc in Casablanca und wird als Pilot eingesetzt."
Hätte er dort nachgefragt, hätte er erfahren, dass der Pilot nicht Walid al-Schari heißt wie der Attentäter, sondern Walid al-Schri. Was durchaus einen Unterschied macht, nämlich den zwischen einem toten Terroristen und einem lebenden Unschuldigen. So aber fügt sich die Wahrheit für die Verschwörungstheoretiker wie bei Kindern das Kreuzworträtsel: Haustier mit vier Buchstaben? Ktze."
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