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Alt 20.02.2004, 09:53
Waterhouse Waterhouse ist offline
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Re: Eine kleine Geschichte aus dem Leben eines Oberschiedsrichters

[QUOTE=Sascha Eichmann]Ich denke, die Aufforderung, Abhilfe zu schaffen, stellt eine solche Ermahnung dar.
Kommt der Spieler dieser Ermahnung nicht nach, brauch er sich nicht zu wundern, wenn er diaqualifiziert wird. Deine Art, Regeln nach "wichtig" und "nicht wichtig" mit allen Folgen "befolgen nötig" und "befolgen nicht nötig" einzuteilen, führt doch erst recht zu einer Willkür der Schiedsrichter, da im Ergebnis immer noch dieser entscheidet, was moniert wird und was nicht.
Da ist mir ein Schiedsrichter, der den Spieler darauf hinweisst, dass sein Schläger nicht den Regeln entspricht und ihn um Nachbesserung bittet, doch allemal lieber. Und wer frisch kleben will, muss halt damit rechnen, hin und wieder ein Stück Belag opfern zu müssen.[/
QUOTE]


Natürlich kann man Regeln nach "wichtig" und "weniger wichtig" kategorisieren. Tut unbewußt eigentlich jeder. Eher unwichtig sind alle Vergehen, die den Gegenspieler nicht benachteiligen, bzw. die, bei denen sich eigentlich keiner beschwert (meine Definition).

Auch und gerade die Schiedsrichter haben ihre individuelle Auswahl an Regeln, die sie für wichtig erachten. Und Jancsi, so er denn wirklich geprüfter Schiedsrichter ist, ist das klassische Negativbeispiel. Schiris wie er sind der Grund für den insgesamt eher bescheidenen Ruf der Schiri-Gilde.

Warum? Er kontrolliert die Schläger. Gut. Aber nur ein mal. Schlecht.
Bei der Einhaltung anderer Regeln ist er großzügiger (Lichtverhältnisse), weil kein Pedant. Schlecht.
Und jetzt kommt der Hammer. Er entdeckt einen 5 mm langen Regelverstoß
und der Spieler weigert sich, seiner Aufforderung nachzukommen. Wie hier schon mehrfach erörtert ein klarer Grund zur Disqualifikation. Leider kennt der gute Jancsi die Regeln selbst nicht so genau und muß sich erst im nachhinein hier im Forum aufschlauen. Peinlich, peinlich....

Aber ich kann ihn beruhigen. Er ist nicht allein. Dieser Vorfall deckt sich nur mit meinen Erfahrungen. Jeder Schiri hat seine "Spezialitäten" auf die er besonders achtet. Der eine achtet gerne auf Ruhe, der nächste auf die Kleiderordnung und ein Dritter auf zu lange Beläge. Das traurige aber ist, daß viele weniger Ahnung von den Regeln haben, als ein interessierter Spieler und das trotz Schiri-Lehrgang und -Prüfung.

Die große, große Mehrzahl der Spiele unterhalb der Oberliga läuft doch reibungslos ab. Und das ohne OSR. In der Oberliga und Regionalliga wäre das genau so. Insofern würde ich mir einfach eine passivere Rolle des OSR wünschen, denn auf die 100%-ige Einhaltung der Regeln achten sie eh nicht.

Kleine Auswahl aus den letzten ein, zwei Jahren:

Vorletzte Runde forderte ein OSR uns Spieler eindringlich auf, das magische Dreieck einzuhalten!!!!

Disqualifikation eines Spielers, weil er beim Stand von 8:10 im 5. Satz, weil er nach einem verschlagenen Turm zu sich "A...loch" sagte.

Die eindringliche Ermahnung, sich in der Satzpause auf einen Betreuer zu einigen, nachdem ein Spieler von zwei Mitspielern beraten wurde.


Daher mein Rat: sich selbst nicht so wichtig nehmen, erst Recht wenn man selbst nicht regelfest ist und eher dann einschreiten, wenn's was zu entscheiden gibt.
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