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Alt 10.10.2013, 14:34
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Mephisto Mephisto ist offline
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AW: Muss DTTB Präsident Weikert sich entschuldigen oder gar zurücktreten?

Zitat:
Zitat von Rheinprinz Beitrag anzeigen
Ich würde es begrüssen, wenn ihr euch auch zum eigentlichen Thema dieses Threads äußern würdet. Es geht hier um die Äußerung unseres DTTB Präsidenten ("Rechte Ecke"). Für mich ist das ein Riesens-Skandal und muss Konsequenzen haben.
Zitat:
Zitat von Rheinprinz Beitrag anzeigen
Wenn ein Amtsträger so eine Äußerung tätigt und damit alle deutschen Fans pauschal beleidigt, empfinde ich das schon als Hammer. Das war ja kein politisches "Rechts", sondern ein unmissverständliches rassistisches "Rechts".
Weikerts Äußerung beweist eine Sensibilität für das Thema, Verantwortungsbewusstsein und Courage! Schließlich ist ein Rassismus der gesellschaftlichen Mitte in Deutschland erschreckend weit verbreitet und wird von vielen gar nicht als ein solcher begriffen und verharmlost.

So manche Äußerungen hier sind eher ein Indiz dafür, dass er anscheinend in ein Wespennest gestochen hat, wenn sich soviele hier davon angesprochen fühlen. Insofern hat Weikert m.E. alles richtig gemacht.

Das Zitat lautete: "Es macht mich nervös, dass so gedacht wird. Wir befinden uns hier in einer rechten Ecke". Das ist in keinster Weise eine Beleidigung aller deutschen Fans, von denen sich auch viele ausdrücklich von "Wir klatschen für keine Chinesinnen" distanziert haben. Das ist polemisch, daraus eine pauschale Beleidigung zu konstruieren. In der Aussage steckt viel Interpretationsspielraum wie z.B. auch "Problem erkannt, wir müssen uns mehr mit Diskriminierung im Sport auseinandersetzen" (DSJ und DOSB sind da ja z.B. mit dem "Netz gegen Nazis" aktiv).

Auf einem ganz anderen Blatt steht die Nachwuchsförderung über Jahre aufgebauter Talente und gelungene Integrationsmaßnahmen von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte. Und da muss ein Verband für sich entscheiden, was er will. Geht Erfolg über Alles oder nimmt man wegen einer langfristigen Perspektive eine zwischenzeitlich schlechtere Platzierung in Kauf? Wird bewusst ein Altersschnitt gemacht? Welche Fördermaßnahmen werden für eine Integration aller Beteiligten ergriffen? Wie sieht es mit Sprachförderung aus? Wie geht man mit Altersunterschieden um? Wie bildet man ein Team? Das sind Richtungsentscheidungen - die dürfen aber nichts mit der Herkunft zu tun haben (insbesondere wenn Menschen rechtlich gleichgestellt sind). Wenn das doch geschieht, ist das eine Diskriminierungsform bzw. latenter Rassismus - und somit werte ich Weikerts Aussage wachrüttelnd. Im Sport wird viel zu oft weggesehen.

Positiv möchte ich mal bemerken, wie sich das deutsche Damen-Tischtennis gewandelt hat. Vor 2 Jahren konnten wir fast nur etwas über Probleme mit dem ehemaligen Bundestrainer, Verweigerung von Spielerinnen, Auswanderungsgedanken von P.Solja etc. lesen. Und jetzt, letztes Jahr bei der Team-WM haben die deutschen Frauen die volle Westfalenhalle mitgerissen und eines der leidenschaftlichsten Spiele eines deutschen Damenteams gegen Singapur hingelegt (mit einer blendend aufgelegten I.Ivancan). Die Nachwuchshoffnungen S.Winter und P.Solja haben durch internationale Erfolge für Aufsehen gesorgt. Und nun der Europameistertitel im Team (mit völlig korrekt eingebürgerten Spielerinnen mit einer Zuwanderungsgeschichte aus China und viele Jahre in D'land lebend). Hätte es 2:2 gestanden, hätte P.Solja das entscheidende Spiel bestritten (auch das eine mutige Entscheidung). Ich persönlich hätte mir auch Ivancan und Solja im Team gewünscht und habe dafür subjektiv weniger Sympathien für Barthel. Durch das tolle Abwehrspiel von Han Ying sind Spiele der Nationalmannschaft für mich noch einmal attraktiver geworden. Das ist doch eine tolle Gesamtentwicklung mit 7-8 Spielerinnen von internationalen Format. Und wenn so eine Gruppe zusammenwächst, fördert diese interne Konkurrenz mittelfristig die Entwicklung von Spielerinnen wie Winter und Solja. Entscheidend wird sein, dass so ein Prozess auch durch die Verantwortlichen mit einem hohen Maß an sozialer Kompetenz begleitet wird und alle immer wieder ihre Chancen bekommen, der reine Blick durch die sportliche Brille langt da eben nicht. Und genau hier scheint es Nachholbedarf zu geben, wenn bei der einen oder anderen Dame die Stimmung nicht so gut ist.
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Nichts bleibt wie es wird!
Mephisto
TSG Oberrad

Geändert von Mephisto (10.10.2013 um 16:33 Uhr)
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