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Zitat von mithardemb
Vielleicht ist es dir nicht aufgefallen, aber mit dem negativ besetzten "Made-in-China-Tischtennis des deutschen Damenteams." aus http://www.sportschau.de/weitere/tis...nnisem118.html hat man ein weitaus größeres Nachrichtenecho also jüngst mit den Erfolgen einer Kristin Silbereise erreicht. Wenn wir in Zukunft uns wieder wundern, wenn die Fördermittel geringer als bei anderen Sportarten sind und wenn die Sponsoren ausbleiben, dann sollten wir das nicht ganz vergessen.
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Mir ist es in der Tat nicht bekannt, dass Fördermittel vom Herkunftsland der Sportler abhängig sind. Vielmehr sind ja die Fördermittel auch von Erfolgen abhängig. Das ist ja gerade der Vorwurf der hier erhoben wird: Der DTTB habe zugunsten des Erfolges und Geldes nicht die Nachwuchsspielerinnen aus den "eigenen Reihen" nominiert, sondern die etwas stärkeren eingebürgerten Spielerinnen.
Was du von der Medienresonanz beschreibst, ist meines Erachtens der kritische Punkt: Es steht gar nicht der sportliche Erfolg im Mittelpunkt, sondern eine fremdenfeindliche Diskussion. An dem Europameistertitel waren Kristin Silbereisen und Petrissa Solja ja auch beteiligt. Selbst wenn Ovtcharov Europameister würde, haut das keinen/wenige vom Hocker. Man darf doch diesem medialen Interesse nicht einfach alles unterordnen und selbst fremdenfeindliche Tendenzen akzeptieren.
Vom sportlichen Standpunkt aus finde ich es zum Beispiel egal, ob Ivancan oder Han spielen. Ich finde beide haben ein tolles Spiel. Aber wenn die Bundestrainerin zu dem Ergebnis gekommen ist, dass Han derzeit die bessere Spielerin ist, dann ist sie auch zurecht nominiert worden. Und der Erfolg gibt ihr ja Recht. Ich bezweifle ehrlich gesagt, dass sich mehr Sponsoren finden würden, wenn Ivancan statt Han gespielt hätte. Beide sind nur den Insidern der TT Szene bekannt, in der nicht TT-affinen Öffentlichkeit tendiert der Bekanntheitsgrad beider Spielerinnen gegen Null.
Ich finde die ITTF Regelung nicht so gut, weil sie eben fremdenfeindliche Tendenzen auf den Plan ruft. Ich fände eine zusätzliche Quote, die jüngere Spieler begünstigt, besser. Jedes Land hätte dann das Recht eine gewisse Zahl an U-23 Spielern zu nominieren. Dann kann man sehen, wie die sich bei internationalen Meisterschaften durchschlagen. Dann könnte auch eine Sabine Winter spielen, obwohl sie sich z.Z. um Weltranglistenposition 100 aufhält.