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AW: DER Thread für politisch Interessierte
Warum sollte man nicht bei Höss bleiben? Der Mann schrieb seine Erinnerungen in der Erwartung auf die kommende Hinrichtung auf. Warum hätte er das tun sollen? Um auf Gnade wegen Geständigkeit zu hoffen? Oder sind die Aufzeichnungen gar eine Fälschung?
Die Nürnberger Prozesse werden heute selbst von ehemaligen Anklägern kritisch bewertet. Man sollte aber auch den historischen Kontext betrachten.
Die Linie der Revisionisten ist doch klar. Es gibt kaum amtliche Dokumente (die laut Höss vernichtet werden mußte), die Zeugen wären nicht glaubwürdig und die Überprüfungen (nach REKONSTRUKTIONEN) der Gebäude ergeben, daß diese für eine Massenvernichtung nicht geeignet seien.
Bei der Beschreibung der sowjetischen Speziallager des NKWD/MWD argumentieren die Zeitzeugen dann genau anders. Die vorhandenen amtlichen Quellen über die Opferzahlen seien vom sowj. Repressionsorgan und deshalb unglaubwürdig. Erinnerungen der Bewacher liegen nicht vor. Die Zeugen seien samt und sonders Unschuldige und die Sowjets hätten die Insassen planmäßig verhungern lassen (die Pläne liegen nicht vor).
Es wird in der Fachwissenschaft um die Opferzahlen gestritten.
Ob nun 250 000 oder 300 000 ist doch eher unwichtig bei der Bewertung. Ebenso bei der Bewertung der Opferzahlen der "Endlösung" (das diese geplant war ist nach offiziellen Belägen wohl unstrittig).
Fakt ist doch, daß es in beiden Fällen massenweise Opfer gab. Über die Motivation der Sowjets ist man sich aber uneinig.
Das es in der Geschichtswissenschaft Kontroversen gibt, ist doch nichts neues. Fischer Kontroverse und anderen. Selbst hochrangige Forscher des MGFA vertreten die These, Hitler hätte einen Präventivkrieg gegen Stalin geführt. Viele andere Forscher sehen das nicht so. Ergo gibt es einen Diskurs, und die Öffentlichkeit folgt einer DARSTELLUNG der REKONSTRUIERTEN VERGANGENHEIT. Das ist dann quasi gesellschaftlicher Konsens, der immer wieder neu gesucht wird. Es gibt eben KEINE historische Wirklichkeit per se.
Die Revisionisten bestreiten die massenweise Erschießungen in der SU nicht. Ja warum denn nicht? Warum wird an dieser Stelle nicht nach offiziellen Akten über die Menge der verwendeten Munition verlangt, um auf die Höhe der möglichen Opferzahlen schließen zu können? Oder US Luftaufnahmen die die Gruben belegen?
Die einzelne Zeugen Aussage in Nürnberg sagt auch nicht viel aus. Ich habe hunderte zu den Speziallagern gelesen und diese mu0 man schon sehr unterschiedlich (eben KRITISCH) bewerten (siehe Greiner).
Geändert von integra (29.10.2013 um 22:45 Uhr)
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