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AW: Donic Aratox RS
Ich habe in der Spielpause 2013 das Burn Aratox RS getestet. Ist schon ein älterer Thread, aber ich habe vor dem Test auch nach Infos gesucht und nicht viel hilfreiches gefunden.
Test Donic Burn Aratox RS; VH Rakza 9; RH Aurus Sound/Andro Plasma:
Mein erstes Holz mit Kunstfaser. Das Holz war recht flexibel und im Anschlag weicher (aber o.k.) als von mir aufgrund der Kunstfaser und "Burn-Technologie" erwartet. Das Holz war für mich bei allen Standardschlägen, die mit normalem bis flottem Tempo durchgeführt wurden sehr kontrolliert zu spielen. Gut für Topspinspiel, guter Bogen, etwas flacher als beim PPP. Kontrolliert über dem Tisch. Mit 85 g recht leicht im Vergleich zu meinem 10 g schwereren, wohl rund 15 bis 20 Jahre alten Persson Power Play.
Weniger Spinentwicklung als mit PPP: Beim Aufschlag, beim Topsspin, aber auch weniger schnittanfällig. Das Tempo bei Oberschnitt-Bällen ist etwa gleich wie beim PPP, aber durch die um einen Tick flachere Kurve aus der "weiteren" Halbdistanz braucht es aus der Distanz einen Tick mehr Krafteinsatz. Dafür hatte ich beim PPP auf der RH Probleme im Kurz-Kurz Spiel die Bälle flach zu halten. Mit dem Aratox RS war dieses Problem auf Anhieb erledigt. Deutlich langsamer und sicherer beim Zwischenspiel am Tisch. Mit dem Aurus Sound, der am PPP auf der Rückhand gut funktioniert hat, waren aber RH-Block und RH-Topsspin am Aratox eine Katastrophe. Zu weich und katapultig beim Block, keine Power beim Topspin. Hab einen unbenutzten etliche Jahre gelagerten Plasma (430 oder 470?) auf die Rückhand gemacht. Der härtere Plasma passte besser zum Holz, beim Schupf aber leichte Abstriche gegenüber Aurus Sound. War nach 2 Trainings der Meinung ich hätte mein Holz gefunden.
Warum ich das Aratox RS nach rund 4 Wochen trotzdem beiseite gelegt habe:
Ich bin ein vorhandlastiger Spieler der nach ein zwei fetten, schnellen Topspins/Sidespins den Abschluss mit einem technisch etwas anders gespielten direkter getroffenen Topspin (Schlagspin) oder Schuss abschliesst (Quasi 3-Punkte-Strategie). Womit ich nicht zurechtkam war, dass bei Schlägen die mit voller Power gespielt werden und der Ball voll getroffen wird, eine Art Katapult eingesetzt hat. So ein Effekt kann gerade bei einem kontrollierten Holz durchaus interessant sein, wie zwei Gänge höherschalten. Wer sich noch erinnert, bei den ersten Turbomotoren war es ähnlich. Unvermitteltes Einsetzen der Leistung - und ab die Post. Beim Aratox RS gab es einen Zusammenhang mit der Schlagstärke und der Direktheit mit der man den Ball trifft. Ich konnte aber den Punkt an dem der Effekt einsetzt und die jeweils einsetzende Stärke des Effekts für mich nicht sicher genug vorhersagen. In der Folge habe ich beim Schlagspin und aktiven Block tendenziell überpowert, diese Bälle waren dann oft zu lang. Ohne sichere Möglichkeit für den für mich wichtigen Endschlag war das Holz nicht für mich geeignet. Die Spielergebnisse gegen die Trainigspartner waren grundsätzlich gleich gut. Aber meine Schwäche (Rückhand Kurz-Kurz) auszubessern, darf nicht auf Kosten meiner größten Stärke (Endschlag) gehen.
Nur wenige Trainingspartner die das Holz auch ausprobiert haben, haben den zusätzlichen Gang "entdeckt". "Klassischer Topsspin" bis zum Punkt spielen und eher passiv blocken (schon auch aktiv, aber kein "Schlagspin" am Tisch auf gegnerischen Topspin) wecken den "Tiger im Tank" nicht. Für diesen Spielertyp ist es ein sehr kontrolliertes ALL+ Holz.
Spielern, die den "Zusatzgang" beherrschen können, bietet sich eine Option die das ARATOX RS "besonders" machen. Das Tempo dieser speziellen Schläge ist Off. Von den Gesamteigenschaften aber trotzdem OFF-.
Geändert von Austriaco (12.11.2013 um 12:02 Uhr)
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