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Alt 25.12.2013, 10:10
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wabe wabe ist offline
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AW: Keine Lust mehr dank des tollen TTRs

Zitat:
Zitat von Rudi Endres Beitrag anzeigen
Das erschließt sich mir nicht. Gut, für Turniere braucht man mehr Kondition. Zwei Einzel und ein Doppel schafft man auch so. Wenn Tischtennis ein Sport sein will (was manche bestreiten), dann ist die Kondition ein wesentlicher Bestandteil.
Es darf keine zwei Spielstärkenwerte geben.
Es ist immer das gleiche. Will man nach oben, soll ausschließlich die Leistung zählen. Ist man "oben", so will man diese Position ohne viel Anstrengung halten. Plötzlich ist die Kameradschaft viel wichtiger als die durch den TTR-Wert ausgedrückte Leistung. Ich glaube, dass die Toleranzbereiche 35/50 genügend Spielraum lassen.
Die Argumente der Platzhirsche kennt jeder:
"Wenn der aufrückt, gewinnt er nichts"
"Der ist noch nicht reif."
"Er soll sich erstmal unten bewähren."
Hat sich ein Jugendlicher dem tiefen Niveau angepasst, bleibt er auf Dauer unter seinen Möglichkeiten. Und das scheint dann die (Pseudo)Argumente im Nachhinein zu bestätigen.
Um noch einmal darauf zurück zu kommen.

Ja, ja, die beliebten Platzhirsche. Wird ja immer gerne genommen als Argument. Gibt es denn wirklich so viele davon als dass das per Regel gelöst werden muss? Ich glaube nicht. Denn jeder Verein wäre extrem schlecht beraten, wenn er nicht nach Stärke sondern nach was weiß ich was aufstellen würde. Abgesehen davon, dass ja eh nach Stärke - und nicht nach perspektivischer Stärke - aufgestellt werden muss. Dachte ich zumindest. Um es mal mit dem ehemaligen Schachweltmeister Dr. Siegbert Tarrasch zu sagen: "Man muss nicht nur ein guter Spieler sein, man muss auch gut spielen". Ich hab jedenfalls bei weitem mehr junge Spieler wegen Überforderung aufhören sehen als wegen Unterforderung. Die unterforderten wechseln normalerweise den Verein, fertig, Die Überforderten dagegen sind in ihrem Wertesystem erschüttert und neigen dazu aufzuhören. Hab ich viel zu oft erlebt. Und dass ein von außen aufgezwungener Wechsel in einem Verein, hin zu jüngeren Spielern, zu einer für diese positiven Grundstimmung führt so dass sie da aufblühen können, das gälte es erst noch zu beweisen.

Jetzt aber zu Turnier versus Liga. Machen wir doch einfach mal den Zähltest, eine in der Statistik nicht ganz unwesentliche Größe. Aus wie vielen "Stichproben" gewinne ich denn das Basismaterial? Nehmen wir mal eine Halbrunde in einer Liga mit 10 Mannschaften. Da wird es pro Halbrunde im Schnitt 15 Einzel (maximal 18) pro Nase geben, gespreizt über einen Zeitraum von normalerweise 3 Monaten. Ein Turnier dagegen liefert an einem Tag sehr viel mehr Einzel für die Wertung als ein einzelnes Punktspiel. Es erhält also statistisch ein sehr viel größeres Gewicht. Kann ich nun aber über "Leistung" statistische Aussagen treffen, wenn Einzelereignisse einen so großen Stellenwert haben? Ich glaube nicht. Es sind Aussagen über Leistungsvermögen möglich - vielleicht - nicht aber über wirkliche Leistung, meiner Ansicht nach.

Würde man die Zahl der tatsächlich gespielten Einzel ins Verhältnis zu den daraus erzielten Siegen setzen, also einen prozentualen Wert ermitteln, dann wäre das wohl egal ("vermutlich" weil auch über fünf Jahre hinweg immer noch statistisch gesehen eine relativ kleine Stichprobenmenge betrachtet wird, die Fehlerschwankung also durchaus noch eine Rolle spielen dürfte). Ist aber nicht.

Und last but not least sind wir alle keine Roboter. Wir alle haben mal einen extrem guten oder einen extrem schlechten Tag. Und gewinnen auch mal ein unmöglich erscheinendes Match - oder verlieren es. Das darf sich statistisch nicht allzu stark auswirken, sonst messen wir eben nicht "Leistung" sondern sonstwas.

Fazit, Leistung für Liga, Leistungsvermögen für Turniere. Durchaus verschiedene Dinge.

Ich könnte mir also vorstellen, dass sich der TTR-Wert aus verschiedenen Aspekten zusammensetzt. Basiswert ist der Liga-TTR, der auch für die Aufstellung innerhalb der Liga relevant ist. Drauf addiert werden jeweils sonstige Ergebnisse (Pokal, Senioren, Turniere), so dass sich daraus ein Gesamt-TTR-Wert ergibt.
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Es reicht nicht, ein guter Spieler zu sein – man muss auch noch gut spielen. Dr. Siegbert Tarrasch
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