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Alt 12.01.2014, 11:40
User 17544 User 17544 ist offline
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Zitat:
Zitat von Rieslingrübe Beitrag anzeigen
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Gestern Abend zum ersten Mal gesehen: .. http://www.tatort-fundus.de/web/folg...fe-schlaf.html



Für mich eine der drei besten Batic/Leitmayr-Folgen mit einigen guten Ideen.
Ich hab' mir die Folge zum zweiten Mal angeschaut

Zu Batic/Leitmayr fällt mir ansonsten nur noch Frau Bu lacht ein. Sonst ist mir keine Folge im Gedächtnis hängen geblieben.

Welche beiden Folgen zählen denn ansonsten noch zu deinen Favoriten?


Zitat:
Zitat von Rieslingrübe Beitrag anzeigen
Die Minuten im Elternhaus des ermordeten Mädchens, während die Kommissare mit Vater und Mutter am Tisch sitzen und schweigend darauf warten, dass der junge Kollege im Obergeschoss möglichst hurtig die nötigsten Dinge im Kinderzimmer zusammensammelt, gehören vermutlich zu den düstersten, trostlosesten Momenten, die jemals in einem deutschen Fernsehkrimi zu sehen waren. Mehr Atmosphäre geht kaum.
War 'ne starke Szene, auch für mich keine Frage, die aus meiner Sicht mit der Slapstick-Passage im Kinderzimmer - sicher so gewollt - etwas zu sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde. In dieser Folge fand ich persönlich die Beerdigungsszene aus der Leitmayrs Abgang in Form einer für mich gut gespielten Sinnkrise mit anschließender Auflösung des Falls hervorging, sogar noch beklemmender. Ganz stark gemacht war für mich in dieser Folge, dass der eigentliche Mörder keine Rolle spielte. Bruder Zufall, der nicht nur Leitmayr beim Bier am Imbisswagen auf den Mörder aufmerksam machte, sondern am Ende der Verfolgung den tödlichen Unfall hervorbrachte, fand ich besonders denkwürdig. Zufälle in Krimis eingebaut hinken leider meist gewaltig. Selten kann man ihnen was abgewinnen. Sie werden meist nur dazu genutzt um von Fehlern abzulenken. In dieser Folge aber ist es aus meiner Sicht gelungen den Zufall, der schon mit dem Mord selbst anfing und mit dem tödlichen Autounfall endete als zentrales Element der Folge gewinnbringend einzusetzen. So jedenfalls ist es bei mir hängen geblieben. Ohne den tödlichen Autounfall am Ende hätte Leitmayr den Mörder wohl töten müssen. Der Zufall hat ihn von Anfang an Schritt für Schritt immer weiter in ein Dilemma manövriert. Bis hin zur Auswegslosigkeit. Zum Ende rettete ihn der Zufall.

BTW: Der Abgang von Tessa Mittelstaedt aus dem Kölner Tatort gehört für mich zu den Folgen mit den beklemmensten Szenen der Tatortreihe. Hinnerk Schönemann und Tessa Mittelstaedt haben da ein Schaupiel gezeigt, das ich ihnen niemals zugetraut hätte. Ganz stark. Leider war die gesamte Folge voll von Unzulänglichkeiten, sodass es im Gesamten nicht so richtig funktionierte.


Zitat:
Zitat von Rieslingrübe Beitrag anzeigen
Ganz nebenbei erhielten die Zuschauer in dieser Episode auch brauchbare Hinweise und Rhetorik-Tipps:

Beispielsweise als Franz Leitmayr den Jungspund Engelhardt darüber informiert, dass "Sinn machen" in der Tat schlechtes, unpassendes Deutsch ist.
Dazu äußere ich mich mal besser nicht

Ich glänze selbst all zu oft mit Rechtschreibfehlern und mit der Grammatik stehe ich nicht selten ebenso auf dem Kriegsfuß

Macht also wenig Sinn, wenn ausgerechnet ich mich über den Verfall der Sprachkultur auslassen würde
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