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Mögliche Starterbegrenzung bei WM
Heute auf Tischtennis.de gelesen. Thomas Weikert spricht sich für eine Reduzierung der Starter gleicher Nation bei kommenden Weltmeisterschaften aus: […]“Sieben Starter aus demselben Land, "das ist einfach zu viel, das gibt es in keiner Sportart“.
Zugegeben, ob es jetzt bei einer Skisprung-WM oder bei der Leichtathletik ähnliche Starterkontingente gibt, ist mir nicht geläufig. Aber die Frage lautet für mich zunächst einmal, ob wirklich fremde Sportarten hier den Maßstab bilden, anhand dessen ein Vergleich geschaffen wird?
Natürlich sollte eine WELTmeisterschaft keine zur Teilnahme willige Nation aufgrund von begrenzten Starterfeldern ausschließen (wenn irgend möglich). Aber da es letztlich auch darum geht, bei einer WM zum Schluss ein repräsentatives Maximum des momentanen Niveaus in der jeweiligen Sportart zu vergleichen, müssen sich Hr. Weikert und seine Unterstützer an dieser Stelle doch die Frage der Sinnhaftigkeit einer solchen Reduzierung gefallen lassen.
Realistischer wird der Traum von einer Bronzemedaille für Schabba Schablusa aus Neu Utopia damit natürlich nicht. Bei einer Reduzierung auf 4-5 Starter pro Nation, trifft es lediglich (nach momentanen Stand des Leistungsspiegels) genau 2-3 Menschen aufs schmerzhafteste, die unserem Sport vermutlich mehr ihrer Lebenszeit geopfert haben als die meisten anderen Teilnehmer. Nämliche die chinesische Nummer 5-7. Das auch diese ein gutes Momentum haben müssen, um die „Final Four“ ihrer Landsmänner und Frauen schlagen zu können ist immer noch wichtig. Sonst wären sie i.d.R. nicht die Nr. 5-7.
Aber 2-3 potentiellen Top10-Spielern auf diesem Planeten diese Chance gleich von Beginn an nicht zu ermöglichen, bestraft ein System, was so viel in TT investiert wie kein zweites, um den Lohn seiner Arbeit.
Natürlich giert man im Sport irgendwo nach denkwürdigen Underdogsiegen und möchte während der Podestszenen im Anschluss ans letzte Spiel auch gerne etwas akkustische Abwechslung als Begleitmusik beim Flaggenhissen. Aber das schon wieder jenes in dieser Sportart führende Land dafür „sanktioniert“ werden soll, dass es zu gut für den Rest ist – führt den Gedanken einer Weltmeisterschaft für mich auch ein gutes Stück weit ad absurdum.
Dann soll man sich die eigenen Leistungsdefizite doch bitte ehrlich (und vor allem öffentlich) eingestehen. Alle 7 Chinesen plus ein paar „Unglücksraben und Europameister“ in die obere Hälfte des Tableaus und unten rein dann (mittels Los) das „B-Feld“ (man möge mir verzeihen, so drastisch meine ich es natürlich keineswegs).
So muss (höchstwahrscheinlich) immer noch ein Spieler mit dem Drachen auf dem Trikot von einem „Außenseiter“ um seinen Traum von Gold gebracht werden, während alle 7 Chinesen ihre Chance bekommen.
Auch ich freue mich natürlich wenn Timo Boll oder Dimitri Ovtcharov bei einer WM vergoldet werden würden. Und wenn sie ähnlich hart daran arbeiten, wie ihre „Gegenspieler“ aus China, ist dies auch möglich. Schlager und Boll haben es ja beide schon bewiesen, dass es möglich ist, diese Topleute auch in Serie innerhalb desselben Turniers zu schlagen. Und lässt sowas eine Goldmedaille nicht noch viel heller Leuchten?
Bei so einer Reduzierung - Olympia war der Vorreiter - fragt man sich doch wer hier krönt.. Die eigene Leistung oder das Regelwerk? Im Sinne des Sports hoffe ich hier auch weiterhin auf ein möglichst großes Starterfeld - auch gleicher Trikots. Reduziert man die führende Nation um ihre Helden, reduziert man auch die Nachfrage nach TT in dem Land das allen als Inspiration und nicht als Abschreckung dienen sollte (NUR auf TT bezogen). Langfristig gewinnt damit keiner. Nicht Boll, nicht Weikert nicht der Zuschauer.
Der Verlierer dagegen steht schon fest. Es ist der Glaube an die Chance das Unmögliche zu schaffen und dafür alles zu geben.
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That rug really tied the room together!
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