Zitat:
Zitat von Gallifax
Ok auf die Idee in english zu suchen kam ich jetzt nicht. Hatte bisher nur in deutsch gesucht und das Meiste kenne ich da schon. Werde mir das Buch mal zulegen.
Was das antäuschen angeht... In den unteren klassen machen es die meisten mit Handgelenk und ich glaube auch nur da macht es mehr Sinn mit dem antäuschen. In höheren Klassen wird der Ball einfach später getroffen , also da kann man es dann schon an den Schultern erkennen. In höheren Regionen macht es für mich kaum Sinn anzutäuschen. So zu spielen durch späteren Balltreffpunkt parallel anstatt diagonal ist dann schon Nutzen genug, lesen können es dann eh die meisten Gegner was da kommt.
|
Sorry, Gallifax, aber das stimmt so nicht. Gerade in höheren Klassen wird das antäuschen viel wichtiger. Je höher das Spiellevel ausgeprägt ist, umso eher ist ein Spieler auch in der Lage feine Antäuschbewegungen zu machen, gerade was das Täuschen durch das Handgelenk angeht.
Schultern sind relativ leicht zu erkennen, auch Balltreffpunkt. Aber die kleinen Bewegungen mit dem Handgelenk sind in der Kürze der Zeit und bei der Geschwindigkeit der Bewegungen so gut wie nicht auszumachen (außer man heißt halt Timo Boll und hat unglaublich gute Augen).
Täuschungen und Fake Moves fangen schon beim Aufschlag an. Schaut euch mal die Aufschläge der Profis an. Es gibt meistens eine Auftakt-, eine Schlag- und eine Täuschbewegung.
Bei der ITTF Junior Hopes Week 2013 in der WSA hat Werner Schlager eine kleine Demonstration zum Service gegeben:
http://www.youtube.com/watch?v=psqmHQYKDYs
Hier sieht man sehr schön, dass er zum Beispiel mit seinem Schläger immer nach unten geht, aber einmal Unterschnitt, einmal Oberschnitt serviert.
Das Antäuschen - auch über die Schultern - ist schon sinnvoll. Problematisch ist, dass es eine grobe Bewegung ist, die leicht erkennbar ist. Und sowohl Täusch- und als auch Schlagbewegung müssen früher eingeleitet werden, als es z.B. beim Handgelenk der Fall ist.
Wie kann das Täuschen über die Schulter dann sinnvoll sein? Das hängt damit zusammen, dass Tischtennisspieler eine sehr kurze Zeit haben, um sich zu entscheiden und teilweise Entscheidungen sehr früh getroffen werden. In einer Studie dazu hat man herausgefunden, dass je höher das Level der Spieler ist, desto länger lassen sie sich für ihre Entscheidungen Zeit und je kürzer ist die Zeit, in der die Entscheidung gefällt und ausgeführt wird.
Deswegen kann die Täuschung über die Schulter in niedrigen Klassen durchaus funktionieren, weil da die Entscheidung schon früher getroffen wurde, in höheren Klassen ist dafür dann das viel feiner steuerbare Handgelenk erforderlich.
Zum "No-Spin-Service": Versuch es mal so, dass du den Ball einmal mit vollem Handgelenkeinsatz triffts (Balltreffpunkt während maximaler Beschleunigung des Handgelenks) und einmal dein Handgelenk die Bewegung schon ausgeführt hat und die dann erst den Ball triffst.
So sieht es beide Male nach Handgelenkeinsatz aus, aber du spielst unterschiedliche Stärken von Spin.