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Alt 07.03.2014, 10:36
pibach pibach ist offline
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AW: Absprungverhalten bei verschiedenen Schwammhärten

Zitat:
Zitat von wsw Beitrag anzeigen
Hallo, Pibach,
ich finde so eine Analyse ja auch sehr spannend - für meinen Geschmack kommst Du aber da aus verschiedenen Gründen zu einer sehr vereinfachten, schwarz /weiss Erklärung ziemlich komplexer Vorgänge. Mir sind die definitiv zu komplex um Erklärungen anderer einfach so in Bausch und Bogen als Unsinn abzutun. Teilweise führen die von Dir gewählten Begriffe auch ein wenig zur Verwirrung, aber das kann ja auch evt. nur mir so gehen....
Ich würde ja eigentlich hoffen, dass die Begriffe dadurch endlich mal klar werden. Die zitierten Punkte 1. bis 6. sind nun mal alle falsch.

Zitat:
Die meisten Erklärungen basieren ja auf einer eher statischen Ansicht bez. des Schlägers/Belags (sagen wir mal, rotierender Ball prallt auf einen fixierten Schläger, so etwa wie beim passiven blocken eines gegnerischen Topspins) - grundsätzlich bestimmt gut für die Erklärung, nur die Schlüsse die daraus gezogen werden sind meiner Meinung nach viel zu generalisierend bis zu nicht zutreffend.
Dynamische Sicht ist enthalten, die Kraft kann sich über die Zeit ändern. Relevant ist immer der übertragene Impuls.

Zitat:
Hier wird's schon eigentlich viel komplizierter - misst man den Absprungwinkel mit der Basis Schlägerblatt, ist die elastische Verformung von Obergummi, Schwamm, Schlägerblatt (und Ball ) schon von so grossem Einfluss, daß man meiner Meinung nach keine "einfachen" Schlüsse auf das Spinpotenzial eines Belages ziehen kann.
Doch. Spin hängt nur vom Impuls ab. Also Integral über den Kraftverlauf (Tangentialkraft). Die Härte kommt in der Rechnung nicht vor und beeinflusst das Ergebnis wie gesagt nur indirekt, durch ggf. etwas anderen Kraftverlauf.

Zitat:
Dann klammerst Du die Schwammhärte in diesem Kontext z.B. einfach aus - die hat als eine elastische Komponente aber hier schon erheblichen Einfluss.
Dem Spin ist es egal wie er zustande kam, entscheidend ist nur der Impuls, erzeugt durch den Kraftverlauf. Mit der Härte reduziert man den Kontaktweg und die Kontaktzeit, Kräfte steigen dabei. Wie dabei Energie und Impuls übertragen werden ist offen und stark abhängig von der konkreten Konstruktion, nicht unbedingt von der Härte.

Zitat:
Wie Du hier zur Annahme kommst, der Grund dafür läge einzig im Schwamm ist mir rätselhaft - dieser "Effekt" liegt doch wohl mehr am Obergummi, nicht zuletzt an der Klebrigkeit desselben. Puder das Obergummi mal mit Talkum - und wiederhol den Dotztest….
Alles spielt da mit rein, natürlich Schwamm+Obergummi, wollte da nichts ausklammern. Geht um das Verhältniss der Elastizität gegen Scherung (daraus entsteht Tangentialkraft), versus Kompression (daraus entsteht Orthogonalkraft). Mit Talkum beeinflusst Du dagegen die Reibkraft.

Zitat:
Die laterale Elastizität/Scherung der Noppenhälse des Obergummis lässt Du da auch aussen vor.
Ganz abgesehen davon, daß meinem Eindruck nach das Verhalten alles andere als linear ist.
Ja, genau. Noppenhälse geht da mit ein. Und ist nicht linear, logo. Kraftverläufe ändern sich über der Zeit. Zur Berechnung also Integrale.

Zitat:
Ich hab mit dem forenüblichen Gebrauch des Begriffs Ballabsprung ehrlichgesagt ziemliche Probleme - viele z.B. schliessen von Ihrem Problem auf einen Unterschnittball zu eröffnen (landet im Netz...) auf einen flachen Absprung diese Belags - was aber dann tatsächlich evt. an ganz anderen Gründen liegt. Der andere sieht dieses vielleicht eher bezüglich des Absprungs beim passiven Block - kann dann wirklich am Winkel liegen, kann aber auch am Katapult liegen.....
genau. Gibt bisher keinen Forenkonsens über den Begriff "Katapult". Daher spreche ich auch lieber von Orthogonal- und Tangentialbeschleunigung. Das sind physikalisch klare Begriffe.

Zitat:
Überhaupt nicht nachvollziehen konnte ich z.B. eine deiner Aussagen in einem anderen thread -"hoher Ballabsprung heisst immer auch mehr Spin". Das "passive" Absprungverhalten sagt eben nur ganz bedingt was über das Spinpotenzial eines Belages aus - und da kommen dann auch die individuellen Bewegungsabläufe der einzelnen Spieler mit zum tragen, die Kombination macht's halt.
Zu jeder konkreten Situation muss Impulsänderung der Rotation immer auch identische Impulsänderung in der Translation bewirken. Dabei ist "Ballabsprung" genau die Bewegungänderung gegenüber einer Bewegung mit Tangentialkraft Null (da wäre Einfallswinkel=Ausfallswinkel), per Definition. Das kann man messen in "Höhe" (Strecke gegen Schwerkraft in einem festen Versuchsaufbau), Winkel oder Impuls. Da beides durch die Tangentialkraft erzeugt wird ist Impuls immer identisch, also Spin-Impuls=Absprunghöhen-Impuls, gibt schlicht keine anderen Kräfte, die darauf Einfluss nehmen. In beiden Fällen also Integral über diesen Kraftverlauf. Ist dabei völlig egal, wie sich jmd. bewegt hat, um das zu erreichen. "Potenzial" ist dagegen bissel unklar. Müsste man erstmal definieren.

Geändert von pibach (07.03.2014 um 11:09 Uhr)
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