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Alt 27.03.2014, 17:07
pibach pibach ist offline
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Zitat:
Zitat von MaikS Beitrag anzeigen
Zu ähnlichen Ergebnissen ist meines Wissens nach ein entsprechender Artikel in der Tischtennis 2010/4 gekommen.

Das ist unterhalb der Wahrnehmungsgrenze.
Diese Haltung geistert ja schon seit geraumer Zeit durch das Forum - leider blockiert das das weitere Nachdenken. Wie stark die Zeiten tatsächlich schwanken müsste man erstmal genauer untersuchen. Ich glaube die Unterschiede sind deutlich größer als genannt (1ms +/- 0,25ms), je nach Material und Schlag.

Es wird ja wohl jeder zustimmen, dass Softbeläge in max, also Material mit längerer Kontaktzeit, sich völlig anders spielt als Material mit kurzer Kontaktzeit, z.B. Belag ohne Schwamm. Das ganze könnte man kombiniert mit elastischen bzw. steifen Hölzern noch weiter in Extreme treiben.

Jedenfalls wird klar: Kontaktzeit ist eine der entscheidenden Materialeigenschaften für das Spiel. Dabei ist völlig unerheblich ob man die Kontaktzeit (bewusst) wahrnimmt, oder einfach bestimmte Bewegungen besser funktionieren.
Zitat:
Zitat von Butt Stallion Beitrag anzeigen
Zum anderen verstehe ich nicht, was an klebrigen Oberflächen nicht zu verstehen ist. Natürlich bleibt er Ball einen Tick länger am Schläger, die Oberfläche ist klebrig!!!
Die Klebrigkeit reduziert für den Ablöseprozess des Balles geringfügig die Orthogonalkraft. Ist die Orthogonalkraft gering, könnte der Einfluss schon relevant sein. Also z.B. Hochheben des Balles, da klebt es ne Weile. Bei einem Topsin ist die Orthogonalkraft aber wohl so hoch, dass die Kelbrigkeit da nur noch paar Prozent Unterschied ausmacht, also kaum ins Gewicht fällt. Könnte aber sein, dass manche so soft treffen, dass ein gewisses "Führen" gelingt. Das lässt sich aber so theoretisch nicht genauer analysieren, da bräuchte man ne Hochgeschwindigkeitskamera.

Zitat:
Zitat von Das Phantom Beitrag anzeigen
Aber du verwechselst hier Tischtennis mit Volleyball, und da wirst du wegen Führens abgepfiffen.
Beim Beachvolleyball-Pritschen wird das Führen in der Praxis bis ca 1,5 Ballängen toleriert.

Beim Tischtennis sind die Zeiten und Distanzen beim Führen viel kürzer. Für orthogonale, gleichförmige Schläge (ohne Beschleunigungen) ohne Spin lässt sich das noch recht simpel näherungsweise abschätzen. Verformung von Ball+Belag+Schläger könnte bis zu etwa 1cm betragen. Für sowas wie H3 max auf einem steifen Off-Holz würde ich mit max. ca 5mm rechnen, für typische Schläge natürlich weniger (genaueres wüsste man erst nach Hochgeschwindigkeitskamera).

Angenommen eine Schlag mit 1m/s durchschnittlicher Relativgeschwindigkeit verformt das Material 1mm, dann erhielte man eine Kontaktzeit von 1ms.

Dabei kann man paar Vereinfachungen annehmen:
a) durchschnittliche Relativgeschwindigkeit über den Kontaktweg ca 50% der Anfangsrelativgeschwindigkeit
b) vollelastischer Stoß; Masse des Schlägers unendlich im Verhältnis zum Ball, also Anfangsrelativgeschwindigkeit=Endrelativgeschwindigkeit (mit umgekehrter Richtung). Wer das genauer modellieren möchte, kann bestimmte Effizienzparameter einbringen für orthogonale bzw. tangentiale Verhältnisse von Anfangs- zu Endgeschwindigkeit.

Die Kontaktzeit schwankt recht starkt mit dem Material und dem Schlag.
Sie kann u.a. bei beschleunigten Bewegungen auch deutlich länger werden. Solche Effekte wurden bislang noch gar nicht untersucht. Bei tangentialem Treffen liegen die Kontaktwege einiges über der Materialverformung, also vrstl bei bestimmten Schlägen schon im Bereich von mehr als 1cm. Das ist nicht viel, hat aber wohl schon entscheidenden Einfluß auf die möglichen Schläge und die gefühlte Kontrolle.
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