Zitat:
Zitat von Noppenchecka
Hab mir jetzt mal ein Video von Zhou Xintong angesehen und zwar gegen die zurzeit beste TT-Spielerin der Welt Li Xiaoxia, schon beeindruckend:
http://www.youtube.com/watch?v=th2OqDSBsRc
Natürlich nicht 1:1 auf Herren-TT übertragbar, aber meiner Meinung nach (man kann selbstverständlich anderer Meinung sein) ist auch bei den Herren sicher mehr möglich als Regionalliga...
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Ich habe mir das Video bis ca. 10 Minuten angeschaut. Es offenbart, wie gering das Verständnis von Rotation selbst bei manchen Spielerinnen der Weltspitze ausgeprägt sein kann. Exemplarische Spielzüge:
a) Aufschlag Li -> Return Zhou mit glattem Belag -> einfacher Fehler Li. So etwas darf auf diesem Level nicht passieren. Es fehlt das Bewusstsein für die Rotation im eigenen Aufschlag und das Verständnis, dass genau dieser Schnitt erhalten bleibt.
b) Rotationsreicher Topspin Li über die VH-Diagonale -> Zhou sticht mit dem glatten Belag ab -> Schlagspin Li tief ins Netz. Auch hier fehlt das Verständnis, dass die starke Vorwärtsrotation des Topspin genau so erhalten bleibt. Nur mit maximalem Körpereinsatz und perfektem Timing könnte hier das Nachziehen gelingen, aber sicher nicht mit einem "standard"-Schlagspin.
Hier zeigt sich, dass es angebracht wäre, öfter im Training gegen Spielsysteme zu trainieren, die nicht dem üblichen Schema aus tischnahem sauberem Offensivspiel oder klassischer Schnittabwehr entsprechen. Weitere Beispiele von Erfolgen, die auf für den Gegner ungewohnten Spielsystemen basieren, sind der Ballonabwehr-Siegeszug von Michael Maze 2005 oder aktuell der Sieg von Qing Yu Meng gegen Jonathan Groth. Ich bin gespannt, ob durch den Plastikball ausgefallene Systeme wieder erfolgversprechender werden. Wünschenswert wäre es, da die mit "unorthodoxen" Gegnern konfrontierten Spieler und Trainer gezwungen wären, sich Gedanken über Taktik und Spielverständnis zu machen.