Zitat:
Zitat von Oink90
was "schnell" in dem Zusammenhang überhaupt bedeutet.
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Man hat ja eine überlagernde Resonanz von Belag und Holz. Wenn das Holz wegbiegt, vergrößert sich zunächst mal die Kontaktzeit. Die Energieeffizienz muss nicht unbedingt sinken, d.h. der Ball ist u.U. genauso schnell. Teilweise sind die weicheren Hölzer tangential sogar schneller, manche nennen das auch "hohen Ballabsprung" - was ja das selbe bedeutet. Man muss allerdings die Resonanz durch etwas führen ausgleichen, ansonsten geht Energie verloren. Wobei es darum geht, die Scherung (tangentialer Bewegungsanteil) in etwa zeitlich mit dem orthogonalen Absprungverhalten zu synchronisieren. Jedes Holz (und Kombination mit den Belägen) hat also etwas anderes Timing.
Manche empfinden den weicheren Anschlag und die damit verbunden längere Kontaktzeit als Kontrollgewinn. Andere empfinden das umgekehrt, knackiger Anschlag -> weniger Streuung.
Ich hab da folgende Theorie:
Kurze Kontaktzeit ist imho vorteilhaft für den tischnahen Angriff, nicht so sehr weil es "schneller" ist, sondern weil es es dem Gegner weniger Reaktionszeit lässt. Das spielt sich zwar nur innerhalb ca 1ms ab, nach meiner Erfahrung macht das aber schon was aus. Dafür sind die meist nicht so spinnig, es lässt sich also nicht so gut eröffnen, weil das Verhältnis von Spin zu Tempo ungünstig Richtung Tempo verschoben wird. Die Rotation und der damit entstehende Spin-Bogen (Magnuseffekt) begrenzt ja die mögliche Ballgeschwindigkeit, d.h. auf den Punkt gebracht: mit langsamerem Holz kann man härter eröffnen! Haben aber Nachteile im harten Abschluss. Aus der Halbdistanz sind Hölzer mit längerer Kontaktphase imho besser, weil da tangentialer und mit längeren Armzügen gespielt wird und die Reduktion der Reaktionszeit ohnehin nicht so relevant ist.
Anders als bei den Belägen, wo man inzwischen viel Tangetialbeschleunigung
bei geringer Orthogonalbeschleunigung erreicht und damit großen Vorteil in der Offensive, hat sich bei den Hölzern eigentlich nicht viel entwickelt. Und auch von den physikalischen Grundlagen ist da kaum irgendeine neuartige Wunderwirkung denkbar. Manche schwören ja auch auf die Hölzer der 80er Jahre, weil sie meinen, die seien besser verarbeitet, oder wasauchimmer. Wobei man heute normalerweise etwas schnellere Hölzer spielt als früher. Das liegt wohl einmal am größeren Ball, und dann auch daran, dass das spinreiche Topspinspiel mehr Phasen in der Halbdistanz hat.
Ich empfehle für ein "Bilderbuchspiel" also alle Schläge und im wesentlichen Topspin, was "ausgewogenes". D.h. das Holz sollte sowohl in der Anschlaghärte, Biegesteifigkeit und anderen Eigenschaften möglichst "mittig" liegen. Sollte also nicht zu dick sein, weder besonders weiche noch harte Außenfurniere haben, usw. Das erreicht imho den besten Kompromiss für alle Schläge, also Eröffnung (eher weich) sowie harten Abschluss (eher hart). Sowas wäre z.B. Korbel oder Persson Powerplay. uvm.