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Alt 03.06.2014, 16:17
User 17544 User 17544 ist offline
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AW: Auf dem Weg nach Brasilien ....

Ich mag mich ja täuschen, aber Trainer gibt es schon seit mehr als 10 Jahren und auch die Trainer der Zeit davor hatten sicher Tatktiken auf die sie in vielleicht nicht ganz so engen Grenzen bestanden haben. Inwieweit diese befolgt wurden und heute werden, steht aber auf einem ganz anderen Blatt.

Das was sich für mich vor allem geändert hat ist die herausragende Athletik der Spieler heutzutage. Das Spiel ist aus meiner Sicht wesentlich schneller geworden. Ein sehr guter Techniker zu sein nutzt dir nicht viel, wenn du für die 100 m 15 Sekunden brauchst biste von vornherein raus. Konditionell dürften die Spieler der Neuzeit zudem auch überlegen sein. Stürmer, die nicht in die eigene Hälfte mit zurück müssen, wird sich kaum noch eine nenneswerte Mannschaft leisten (können).

Diesen (aus meiner Sicht) Tatsachen tragen die heutzutage verfeinerten Taktiken nur Rechnung. Grundsätzlich sehe ich es aber dennoch so, dass jenseits jeglicher (Grund)Taktik, genaus so wie damals, Spieler gefragt sind, die jenseits der vorgegebenen Taktik die Momente erkennen, in denen das Ausbrechen/Abweichen von der Taktik, zum Torerfolg führt.

Raumdeckung ist z.B. so eine Sache. Kannte man angeblich früher nicht, was ich mal dahingestellt sein lasse. Der ganze Schmarrn funktioniert natürlich nur begrenzt, denn letztendlich braucht es Spieler, die den Zweikampf suchen um in Ballbesitz zu kommen. Nur mit der Raumzustellung darauf zu hoffen, dass man damit den Gegner zu einem Fehler (Fehlpass) zwingt reicht IMHO eben doch nicht zwangsläufig aus.

Nimm mal den Durm und der Hype, der um den Jungen gemacht wird. Wer sich an das Spiel der Dortmunder in Madrid erinnert, in dem Durm bis zur 25 Minute hinten links wahrlich keine gute Figur gemacht hatte, weiß auch wie viel Glück da im Spiel für den Jungen war. Hätte Klopp da nervös reagiert und ihn runtergenommen, hätte das sicher niemanden gewundert. Dann hätte er zumindest 'ne zeitlang kein Land mehr in Dortmund gesehen und nach Brasilien wäre er nicht gefahren.

Das was Durm die ersten 25 Minuten an taktischem Verständnis in Madrid gezeigt hat war Käse, wenn man es genau nimmt zumindest. Er hatte Glück, der Trainer hatte ihm trotzdem weiterhin vertraut - auch wenn es evtl. nur mangelnde Alternativen waren - und er hatte die Fähigkeit bewiesen noch ins Spiel reinzukommen. Nun fährt er mit nach Brasilien.

Taktik ist nur ein Teilaspekt des Spiels. Heute so wie damals. Was ich allerdings zugeben muss, ist, dass taktische Zwänge für Trainer immer wichtiger geworden sind. Die Fähigkeit ihr tatkisches Verständnis vom Spiel den Spielern zu verinnerlichen, scheint mir aber leider bei vielen nicht wirklich ausgeprägt zu sein. Auch in dem Geschäft gibt es aus meiner Sicht zu viele Selbstdarsteller - unser Bundesjogi ist diesbezüglich 'ne hervorzuhebende Nummer. Mag aber durchaus sein, dass ich zu blöd bin, in dem was er da mit den Jungs treibt, eine Linie, ein Grundkonzept, oder eben eine Taktik erkennen zu können. Für mich ist das wirres Versuchen nach dem Motto try and error

...egal, klar haste recht. Ohne Taktik geht es nicht. Nicht mal bei den Minikickern. Die dürfen ja auch mit 6 Jahren nicht einfach mit allen 20 Feldspielern hinter dem Ball herjagen. Da kriegt nicht nur der Trainer 'ne Krise, sondern auch Mama und Papa, die das von der Seite aus mit Argusaugen beobachten

Mein Sohnemann war mal in ganz jungen Jahren Abwehrspieler mit seiner eigenen Taktik. Die sah so aus, dass er dem gegnerischen Mittelstürmer, der vorne auf den Ball wartete damit beschäftigte, dass er ihm was von seinen Yugioh-Karten erzählt hatte. Klappte ab und an sogar ganz gut, denn so manch gut gespielten Ball auf sich hatte der dann bei der Fachsimpelei gar nicht mitgekriegt

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Vergesst mir mal nicht den Reus, wenn es um mögliche Stürmeralternativen geht! Der Mann ist vielseitiger als ihr Takikfüchse das auf euerm Plan habt
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