Zitat:
Zitat von Bo5
@Rudi Endres
Lange Ballwechsel ohne Fehler kann man auch nicht vermarkten, siehe Badminton. Ich bin noch immer davon überzeugt, dass in der heutigen Zeit mit ihrem Überangebot an Sportarten und sonstigen Aktivitäten, die um mediale Präsenz konkurrieren, auch Tischtennis mit zweiminütigen Ballwechseln null Chance hätte. Die Länge der Ballwechsel spielt gar keine Rolle! Jedem Fußballfan ist es doch letztendlich egal, ob das Champions League Finale ein Gurkenkick ist oder ein packendes Fußballspiel. Wegen der Spannung und der Bedeutung des Titels, wird er es jedesmal wieder angucken. Genauso beim Tennismatch zwischen Nadal und Federer, bei Formel 1 Rennen ohne Überholmanöver, usw. Es geht viel mehr um das Image (ob eine Sportart "in" ist) um die Persönlichkeiten, die um die Titel kämpfen, um Emotionen und Eventcharakter... da finde ich z.B. das ewige antrainierte "Tschooo" nach jedem Ballwechsel anstelle echter Emotionen ehrlich gesagt viel abstoßender als die Kürze der Ballwechsel.
Der Laie guckt sich das bisschen Tischtennis im Fernsehen doch nicht einmal an und glaubt noch immer Tischtennis mit Ping-Pong auf dem Pausenhof vergleichen zu können. Der kann doch gar nicht einschätzen, ob die Ballwechsel länger oder kürzer sind als vor zehn oder zwanzig Jahren...
|
In Deutschland grast Fußball alles ab. Badminton vermarktet sich global gesehen hervorragend. TT ist nirgendwo der Renner, wenn man mal von Olympia und WM absieht. Letztes Jahr wurden die Quoten der Superliga veröffentlicht. Die waren erbärmlich. Selbst wenn mal bei den Öffentlich Rechtlichen TT übertragen wurde, hatten Damenspiele, insbesondere mit Abwehrbeteiligung, eine höhere Quote als das auf den dritten Ball - Gebolze der Herren. Längere Ballwechsel führen nicht automatisch zu mehr Zuschauerinteresse, aber sie sind die Voraussetzung. Kurze Ballwechsel verbindet der Laie mit Nichtkönnen.
Ich schaue mir seit vielen Jahren die Heimspiele in Grenzau und Saarbrücken an. Aus Laiensicht gibt es zu wenig zu sehen. Der Gang zum Handtuch beansprucht fast mehr Zeit als das reine Spiel.
Wenn die Liga überleben will, muss sie die Laien ansprechen. Die fachkundigen Stammzuschauer können bundesweit höchstens zwei- bis dreimal im Jahr eine größere Halle füllen.
TT hat ein Imageproblem. Da hast Du recht. Das Image wird sich nicht verbessern, wenn es nichts zu sehen gibt.