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AW: Mitgliederentwicklung Tischtennis weiterhin negativ
Die Attraktivität einer Sportart hat imho nicht nur mit dem Sport selbst zu tun, sondern vor allem mit dem ganzen Umfeld.
Z.B. ist TT als Happening nicht attraktiv, es wird Ruhe gewünscht und man muss beim Applaudieren immer aufpassen (nicht bei Kantenbällen usw). Für größere Zuschauerzahlen ist der recht kompakte Sport mit den kleinen Bällen und hohen Geschwindigkeiten auch weniger geeignet. Das Turniergeschehen ist mau, und es gibt auch keine Players Party usw. Außerdem geht der Sport eigentlich nur indoor, die großen Happenings finden aber outdoor statt. Viele der wachsenden Sportarten haben zumindest einen outdoor Ableger, z.B. Street-Basketball, Beach-Volleyball usw.
Auch das Trainingsgeschehen ist nicht so attraktiv. In vielen Vereinen bilden z.B. die zahlenmäßig dominierenden Senioren eine Phalanx, und interessieren sich gar nicht für Nachwuchs - oder erzeugen so eine dröge Altersheim-Atmosphäre, dass das mit jungen und dynamischen Nachwuchsspielern nicht so wirklich kompatibel ist.
Generell gibt es wohl eine Abkehr von Sportarten, die verpflichtende Vereins- bzw. Mannschafts-Mitgliedschaft, feste Trainingstermine und Liga-Terminplanung erfordert. Spontan mal etwas Sport treiben und hier und da einen Wettkampf mitmachen geht beim TT nicht wirklich.
Solcherlei Probleme haben aber viele Sportarten. Squash ist z.B. in den letzten 10 Jahren von 18.000 auf 12.000 Mitglieder eingebrochen, also Rückgang um ein Drittel.
Dass so viele Jugendliche mit dem TT aufhören kann man auch positiv sehen: immerhin hat TT viel Nachwuchs. Das liegt auch daran, dass kaum eine andere Sportart schon so früh von Kindern ausgeübt werden kann und dabei auch sehr kostengünstig ist. Hier in Berlin stehen auch an jeder Ecke outdoor Platten, also viele Spielplätze haben sowas. Es gibt auch einige Ping-Pong Bars, wo man dem Sport begegnen kann. Und viele haben eine Platte im Keller. Oder stellen eine im Garten auf - mal nebenbei zum Grillfest oder dergleichen.
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