Noch mal hierzu:
Zitat:
Zitat von Liquid Sky
Hölzer biegen sich beim Schlag, die Oberfläche wird verformt, Die Noppen im Belag biegen sich, der Gummi wird gestaucht,...
Diese Dinge haben sicher auch einen Einfluss auf den Ballflug und wenn zwei Schläger/Beläge den gleichen Anteil der Schlagenergie in Rotation und Vowärtsbewegung umsetzten, halte ich es für durchaus denkbar, dass sich durch unterschiedliche Deformation der Winkel, in dem der Ball den Schläger verlässt, ändert.
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Durch Eindellen bzw. Verbiegen des Holzes ändert sich ja der Winkel zum Ball nicht (zumindest nicht relevant für die Überlegungen zum Spin bzw. Ballabsprung).
Dass Hölzer starke Wirkung auf den Ballabsprung haben liegt imho an der Überlagerung der Resonanzen. Das führt zu teilweise sehr unterschiedlicher Energieeffizienz. Z.B. bei einem recht frontalen Schlag wird der Ball bei einem steiferen Holz bereits rausgeschleudert, während die tangentiale Scherung noch nicht abgeschlossen ist. D.h. es der Tangentialimpuls bleibt geringer, ergo geringere Spindifferenz. Der Zusammenhang aus Spin (Differenz) und Ballabsprung bleibt - selbstverständlich - aber auch dabei erhalten.
Bei dünn getroffenen Schlägen kann ein Holz, dass ansonsten bei frontalen Schlägen einen flachen Ballabsprung erzeugt aber durchaus trotzdem einen hohen Ballabsprung (und entsprechend Spin) erzeugen. Maßgeblich ist dafür, dass die Scherung in der Kontaktzeit abgeschlossen wird. Das bestimmt der Spieler durch seinen Armzug/Technik.
Das finde ich kann man auch sehr gut in der Praxis beobachten. Mein Primo Carbon z.B. hat beim Kontern oder Blocken sehr flachen Absprung, im schnell durchgezogenen Topsin macht es aber trotzdem satt Spin.
Man kann daher nicht unbedingt folgern, dass bestimmte Hölzer per se spinniger sind als andere (was bei Belägen sehr wohl zutrifft).
Physikalisch sorgt der Flex des Holzes für längere Kontaktphase. Ein Flex von etwa dem der Beläge (ca 1-2mm) verdoppelt den orthogonalen Kontaktweg und damit auch die Kontaktzeit und lässt entsprechend mehr Zeit für die tangentiale Scherung. Bei längerer Kontaktzeit vergrößert sich auch der Gesamtweg. Der dürfte lt. der Mathematik aus dem Frosch-Artikel bei dünn getroffenen Schlägen das Vielfache des orthogonalen Kontakweges betragen, also vrstl. irgendwo im Bereich von 1-3cm. Damit liftet man den Ball dann aber schon gutes Stück aus der Flugbahn - der Kontaktweg ist also nicht gerade, sondern gebogen (im Extremfall bis zu einer Schleife).