Danke für Eure Antworten. Ich habe mir schon vorstellen können, dass mein Ansatz eher ungewöhnlich ist, aber ich denke halt gerne über Dinge nach. Das ist auch unabhängig von meiner Leistungsklasse im Tischtennis (ich spiele Kreisklasse, bin aber bereit mich weiter zu entwickeln (spiele gerade erst seit einer Saison wieder)). Da mir das Spaß macht, halte ich es trotzdem für legitim
Was ich aus den Antworten momentan mitnehme:
- TT ist gesamthaft zu betrachten/trainieren. Bei der Konzentration auf bestimmt Fähigkeiten besteht die Gefahr andere Punkte unangemessen zu vernachlässigen. >> Das sollte eigentlich durch meine Bewertung der Wirksamkeit abgemildert werden, aber ich sehe was ihr meint.
- Neben der Wirksamkeit ist auch die Umsetzbarkeit zu beachten (Kann ich den Trainingsaufwand aufbringen? Bin ich überhaupt in der Lage, das Ziel zu erreichen? Stehen Aufwand und Ertrag in einem guten Verhältnis?).
- Fortlaufendes Hinterfragen des Fortschritts und der Veränderungen, da eine Reihe von wechselseitigen Abhängigkeiten bestehen.
- Externe Hilfe suchen, um sich nicht zu verrennen bzw. "den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen".
- Einen interessanten Ansatz ("differenzielles" (=Konzentration auf das Ziel, nicht den Weg) Training) habe ich auch per PM erhalten.
Ich werde jetzt erst mal meinen Ansatz überdenken und Eure Ideen einfließen lassen.
Wobei mir jetzt noch einmal klar geworden ist, dass der Kernpunkt zu einer Verbesserung bei mir vor allem bei den taktischen und mentalen Fähigkeiten liegt. Das ist auch der Grund, warum ich meinen Ansatz noch nicht verwerfen mag. Meine Technik ist sicher nicht perfekt, aber grundsätzlich kann ich (bezogen auf meine Leistungsklasse) alle relevanten Schläge spielen. Woran es hapert, ist
- Spieleröffnung/Spielaufbau: Ich spiele oft alles oder nichts, statt darauf zu vertrauen, dass ich nach einer ordentlichen Vorbereitung viel besser zum Abschluss kommen kann. Zudem fällt es mir oft schwer, den richtigen Zeitpunkt für meinen Angriff zu finden: dann bin ich beim ersten leichten Ball noch zu vorsichtig, und gehe dann beim nächsten, schwereren Ball volles Risiko.
- Einstellung auf den Gegner: Umgang mit "Material", Reaktion auf sich im Spiel verändernde Spielweise, Reaktion auf das Anspielen meiner Schwachpunkte.
- Mentale Stärke: Ich denke im Spiel zu viel über den Spielstand nach, was mich vom Spiel selbst ablenkt >> zu Ergebnis-orientiert. Ich denke aber auch nach jedem Schlag darüber nach, was ich richtig/falsch gemacht habe bzw. was der Gegner da gerade gemacht hat. Das lenkt ungeheuer vom Spiel ab, bringt mich aber nicht wirklich weiter, weil Tischtennis so komplex ist, dass ich in dem Moment sowieso zu keiner Lösung komme.
Danke auch für den Buchtipp. Das geht wohl in die richtige Richtung. Ich habe auch noch das Buch "Das innere Spiel" hier liegen.
Grüße,
mg60