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AW: t.h.c.b.
Ich durfte in den letzten Wochen ebenfalls einige Hölzer von t.h.c.b. testen und will mal meine Eindrücke niederschreiben.
Die Hölzer wurden jeweils mit dem Tenergy 05 auf der Rückhand und dem Neo Skyline TG3/Vega Pro auf der Vorhand kombiniert.
Mein ursprüngliches Holz war das Gewo Allround Classic, was mit 79g vergleichsweise leicht und durch die schweren Beläge ziemlich kopflastig ist.
Abachi-Limba-Limba (84g)
Handling: Mit 84g hat das Holz in meinen Augen ideales Gewicht. In Kombination mit meinen Belägen (jeweils 47g) ergibt das eine sehr schöne Balance und fühlt sich auf Anhieb angenehm an. Durch diese gute Balance hat sich das Holz sogar leichter angefühlt, obwohl es 5g schwerer als mein eigentliches Holz ist.
Elastizität: Obwohl das Holz den gleichen Furnieraufbau hat, wie mein Eigenes, ist es elastischer und gefühlt auch etwas schneller (tangential). Diese Elastizität macht sich in einer leichten Vibration bemerkbar, welche ich jedoch überraschenderweise nicht als unangenehm empfand. Diese Vibration tritt auch nur bei härteren Schlägen auf und ist nach kurzer Eingewöhnung nicht mehr auffallend spührbar.
Der Vorteil eines elastischen Holzes liegt klar im Topspinspiel. Harte Eröffnungstopspins auf Unterschnitt gehen spielend leicht von der Hand. Ebenso können auch kurze Bälle gut angegriffen werden, denn durch die erhöhte Ballkontaktzeit bekommen die Flip-Techniken einen starken Spinbogen und können entsprechend druckvoll gespielt werden.
Doch jede Medaille hat zwei Seiten. Die Nachteile der Elastizität liegen im geraden Spiel. Beim Blocken bedarf es schon eines gefühlvollen Händchens, um einem spinvarianten Topspinspiel des Gegners standhalten zu können. Idealerweise sollte man immer selbst derjenige sein, der zuerst angreift. Außerdem ist im aktiven geraden Spiel eine starke Streuung feststellbar, die präzise Abschlussschläge extrem erschwert.
Tempo/Katapult: Wie bereits angedeutet, ist das Holz bei tangentialen Schlägen etwas schneller, als mein ALL-Holz gleichen Aufbaus. Was den Katapult angeht, ist kein Unterschied spührbar. Für ein variables Topspinspiel ist das ideal, da mehr Katapult eine längere und weniger bogenförmige Flugbahn zufolge hätte und entsprechend harte Eröffnungstopspins erschweren würde.
Eignung: Für Filigrantechniker mit einem gefühlvollen Händchen ist dieses Holz gut geeignet. Besonders denen, die mit viel Schnitt spielen und mit dem ersten Topspin direkt punkten möchten, wird das Holz gefallen. Für Spieler, die eher über ihre Athletik kommen und ein kraftvolles Spiel bevorzugen, dürfte es zu elastisch sein. Für ein Block-/Konterspiel ist es die völlig falsche Wahl.
Abachi-Limba-Limba (90g)
Handling: Mit 90g ist das Holz in meinen Augen schon recht schwer. Die Balance ist dennoch gut aber ich hatte Probleme mit dem Timing, was in einigen Kantentreffern resultierte.
Elastizität: Trotz des gleichen Furnieraufbaus, ist das Holz deutlich steifer, als die leichtgewichtige Version. Diese Steifigkeit macht das Holz im geraden Spiel äußerst präzise und in Kombination mit dem starken Katapult entsteht ein sensationell druckvolles Block-/Konterspiel! Zwei Schritte hinter der Platte gegnerische Topspins wegzuklatschen, war ein absoluter Traum! Mit diesem Holz braucht man überhaupt keine Angst mehr vor gegnerischen Angriffen zu haben, denn der Block wird hier zur Waffe. Dabei lässt sich die Geschwindigkeit gut dosieren. Vom passiven Hinhalten bis zum aktiven Gegenkontern ist alles sehr kontrolliert.
Der Nachteil dieser Kombination aus Steifheit und Katapult zeigt sich beim Topspinspiel. Harte Eröffnungtopspins waren für mich nicht machbar, da die Flugkurve kaum Spinbogen hatte. Entweder landet der Ball im Netz oder hinter dem Tisch. Dazwischen ist evtl ein sehr schmales Trefferfenster vorhanden, dieses hab ich jedoch nicht finden können. Man ist also beschränkt auf weiches Vorziehen, um dann mit harten Konterschlägen nachzusetzen.
Im Kurz-Kurz-Spiel muss man aufpassen, dass man nicht zu viel Kraft einsetzt, da sonst der Katapult den Ball zu lang werden lässt.
Eignung: Ich denke, dass Spieler mit athletischer und kraftvoller Spielanlage dieses Holz gut einsetzen können. Besonders für ein druckvolles Block-/Konpterspiel scheint das Holz gut geeignet zu sein. Bei tischnahem Spiel steht einem der Katapult etwas im Weg, dafür kann man aber sehr viel Druck aus der Halbdistanz erzeugen. Spielern, die ein variables Topspinspiel bevorzugen, würde ich dieses Holz nicht empfehlen.
Abachi-Abachi-Abachi-Limba (87g)
Zu diesem Holz kann ich nicht viel sagen, da ich nicht so gut damit klargekommen bin und auch nicht wirklich verstanden habe, wie es funktioniert.
Der Katapult des Holzes ist sehr moderat und das Holz ist recht steif. Im geraden Spiel fand ich es sehr präzise und im Kurz-Kurz sehr kontrolliert. Womit ich überhaupt nicht klargekommen bin, waren Topspins. Ich hab es nicht geschafft, Spin in die Bälle zu bekommen. Stattdessen sind die Bälle schnurstracks rausgeschossen und hatten kaum Bogen. Bei optimalem Balltreffpunkt kamen richtige Raketen aber ich hab nicht genau verstanden, wie man das konstant hinbekommt.
Abachi-Fichte-Koto (89g)
Handling: Trotz des hohen Gewichts von 89g hatte ich keine Probleme mit dem Timing. Vielleicht liegt es daran, dass ich in letzter Zeit häufiger schwere Hölzer gespielt hab und mich mittlerweile daran gewöhnt habe. Die Balance ist aber wie bei allen Testhölzern sehr gut.
Tempo/Katapult: Das Holz hat einen spührbaren Katapult, der jedoch deutlich schwächer ist, als beim 90g Abachi-Limba-Limba-Holz. Bei tangentialen Schlägen ist dieses Holz etwas langsamer, als der Clipper-Nachbau, sodass das Verhältnis aus orthogonalem und tangentialem Katapult sehr ausgeglichen ist, was für meine Bedürfnisse ideal ist. Etwas ungewohnt für mich war das "hohle" Spielgefühl. Besonders in der Halbdistanz fühlte es sich trotz des hohen Gewichts überhaupt nicht wuchtig/druckvoll an.
Elastizität: Die Kombination aus elastischem Sperr- und härterem Deckfurnier scheint ziemlich ideal für ein variables Spielsystem zu sein. Topspins gehen leicht von der Hand und haben einen starken Spinbogen, wobei das gerade Spiel nicht spührbar leidet und sehr präzise ist. Das Holz scheint mir generell sehr ausgewogen zu sein und mir sind keine gravierenden Schwächen aufgefallen.
Besonders positiv fand ich, wie das Holz auf einen etwas volleren Balltreffpunkt bei Topspins reagiert. Durch den dabei einsetzenden Katapult sind die Topspins sehr druckvoll, haben aber dennoch einen starken Spinbogen. Dies ging mit den anderen Hölzern nicht so gut.
Eine besonders gute Figur macht das Holz beim aggressiven Schupf. Der Katapult setzt dabei nicht ein und so muss man sich nicht zurückhalten und kann mit viel Schnitt und guten Platzierungen den Ball genau auf die Linien setzen.
Eignung: Ich denke, das Holz ist besonders für Spieler geeignet, die ein variables Topspinspiel bevorzugen, dabei jedoch nicht auf Präzision beim Abschluss verzichten wollen. Desweiteren wirkt das Holz unterstützend auf Spieler, die eine gute Übersicht haben und oft durch gute Platzierungen punkten wollen. Das tischnahe Block-/Konterspiel ging ebenfalls ganz gut, sollte jedoch nicht die höchste Priorität haben.
Für das Halbdistanzspiel fehlt dem Holz etwas die Durchschlagskraft.
Schlusswort
An dieser Stelle bedanke ich mich bei Thomas für diese Testmöglichkeit. Insgesamt fand ich die Hölzer sehr gut. Sowohl qualitativ, als auch optisch machen sie einen schönen Eindruck. Besonders die gute Balance und das angenehme Handling hat mir gut gefallen. Was die Griffform angeht, so fand ich den konischen Griff am besten, da dieser am ehesten dem konkaven Griff meines Gewo Allround Classic entspricht. Mit dem konkaven Griff der Testhölzer bin ich aufgrund der eckigen Flanken nicht gut klargekommen und hab eine kleine Blase an der Hand bekommen.
Was die Spieleigenschaften angeht, so hat das Abachi-Fichte-Koto Holz am besten zu mir gepasst, wobei ich das 7-schichtige Abachi-Limba Holz gerne länger getestet hätte, um zu verstehen, wie es richtig funktioniert.
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