Für eine Ranglistenquali sind sowohl das Schweizer System wie auch das sogenannte Badeni-Turniersystem ungeeignet. Insbesondere wenn sich zwischen ca. 3 und 8 Spieler qualifizieren können (siehe Verbandsrangliste 2014: Platz 3 – 11 jeweils 5:2 Spiele).
Da die Reihenfolge entsprechend dem Satzverhältnis festgelegt wird, zeigt die Erfahrung:
Verliere als guter Spieler recht früh (z.B. 2. Runde) ein Spiel 2:3, du bekommst im Anschluss leichtere Gegner, hast ein gutes Satzverhältnis und bist am Ende weiter vorne dabei.
Das konnte man schon in vielen Turnieren, bei denen die Reihenfolge über das Satzverhältnis bestimmt, feststellen.
Zu den Erläuterungen von Enichlmayr (Vergleich "Schweizer System" mit „Badeni"):
1. Aussage Enichlmayr :
„Satzverhältnis hat ohnehin bei beiden Systemen keine große Bedeutung“
Aber das Satzverhältnis bestimmt die Reihenfolge ab Platz 3 beim Badeni und damit das Weiterkommen, siehe Reihenfolge Verbandsrangliste 2014; seltsame Behauptung
2. Zu 1.
Reihung
„Beim System Badeni zählen auch die Siege zuerst dann aber wird der TTR-¬‐Wert zur Reihung Sieggleicher herangezogen, dann die Sätze.“
Ist die Verbandsrangliste falsch gewertet worden? Bei Spielgleichheit zählte hier zuerst hier das Satzverhältnis und nicht der TTR-Wert!
"Buchholz ist nicht nötig da die Auslosung gleichstarke Gegner verteilt."
Aber nur wenn‘s keine Überraschungen gibt.
Der Sinn der Buchholzzahl wird scheinbar überhaupt nicht verstanden.
3. Zu 2.
Die Auslosung innerhalb der Gruppe
„Beim Schweizer System wird ab der zweiten Runde immer gegen den „Tabellennachbarn“ gespielt.“
Diese Aussage ist schlicht und einfach falsch (siehe FIDES-Regeln zum Schweizer System;
http://www.schachschiri.de/ch_system_lang.pdf )
Bei 28 Spielern spielt 1-15, 2-16, …., 14 – 28,
in der 2. Runde spielt 1-8, 2-9,…, 7-17… (vorausgesetzt der TTR-stärkere gewinnt)
„Beim System Badeni ….., die Spieler in der Mitte der Gruppe gegeneinander und die Gruppenersten gegen die Gruppenletzten. Dadurch erhalten Spieler mit ähnlicher TTR auch Gegner mit ähnlichem TTR“
Das gilt aber nur für die Mitte der Gruppe
4.Zu:
„Einige Beispiele ….“
Da hier die Regeln des Schweizer Systems nicht richtig angewandt wurden, sind diese Gegenüberstellungen im Zusammenhang mit dem Schweizer System falsch und absolut unsinnig
Fazit:
- Beide Turniersysteme sind für Qualifikationsturniere nicht sinnvoll.
- Auch in der Schachwelt existiert eine Art „TTR“. Danach wird auch aufgestellt, aber nur für die 1. Runde, der Rest ergibt sich von alleine eben über diese Buchholzzahl.
- Das Schweizer System (nach den FIDES-Regeln!) ist ein seit Jahrzehnten ausgereiftes und bewährtes Turniersystem. Dieses in all seinen Facetten zu verstehen, geht nicht in 5 min; das kapieren vllt. wirklich nur Schachspieler
.
- Weshalb wird ein bestehendes, wirklich sehr gutes Turniersystem hier in ein so unausgereiftes umgewandelt, kann verstehen wer will. Ich verstehe es nicht.
- Aber zum Trost:
Im Tischtennisbereich wird das Schweizer System auch woanders sehr oft falsch angewandt (z.B. Kätchenturnier Heilbronn) und es existieren auch einige Softwareprogramme auf dem Markt, die das Schweizer System einfach falsch aufs Tischtennis übertragen haben. „Badeni“ ist halt noch ein weiteres.