Zitat:
Zitat von mithardemb
Der Rückhandaufschlag würde nicht nur die Ballwechsel verlängern sondern auch die Aufschlagregel wieder vereinfachen. Im Moment ist die Regel eine Katastrophe. Sie wird weder vom Schiedsrichter angewendet noch von den Spielern konsequent eingehalten.
Das würde auch zu Verbesserungen an der Basis führen.
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Das mag ja durchaus sein, auch wenn ich mir sicher bin, dass eine konsequente Regelanwendung im Profibereich deutlich schneller dafür sorgen könnte, dass regelgerechte Aufschläge an der Tagesordnung sind.
Jetzt mal zum Kern der Sache:
- haben viele Spieler mit Tischtennis aufgehört, weil Schiedsrichter die Aufschlagregel nicht konsequent anwenden? Oder generell, weil Aufschläge noch verdeckt werden? Ich denke das sind vernachlässigbar wenige. Als die Aufschläge noch richtig verdeckt werden durften, war die Zahl der Aktiven ja auch höher
- guckt der deutsche Durchschnittsbürger kein Tischtennis, weil er die Aufschlagregel zu kompliziert findet? Nein, denn die Regeln von Football, Baseball oder auch Abseits beim Fußball sind viel komplizierter und trotzdem haben die Sportarten hohe Zuschauerzahlen.
- guckt der deutsche Durchschnittsbürger kein Tischtennis, weil die Schiedsrichter die Aufschläge nicht abzählen? Nein, denn er kennt die Regel gar nicht gut genug, dass ihm auffallen würde, dass 90 % der Aufschläge bei den Profis irregulär sind
- wird Tischtennis attraktiver, wenn nur noch mit der Rückhand aufgeschlagen werden darf? Also ich für meinen Teil finde die Vorhandbewegung viel ästhetischer und geschmeidiger. Ich möchte auch beim Tennis keinen Rückhandaufschlag sehen.
- ist Tischtennis durch die Vereinfachung der Aufschlagregel (Verdecken nicht mehr erlaubt) attraktiver für den Zuschauer geworden, weil es weniger direkte Aufschlagpunkte gibt? Sind die Ballwechsel dadurch länger geworden? Nein, also wird auch die von dir vorgeschlagene Regel das nicht bewirken. Im Gegenteil: die Aufschläge werden immer weiter entschärft, obwohl durch die "Banane" schon heute der Rückschläger keinen wirklichen Nachteil mehr hat. Es wird dann keine direkten Aufschlagpunkte mehr geben, aber dafür viel mehr direkte Rückschlagpunkte
- werden an der Basis (damit meine ich jetzt nicht Landesliga, sondern mal wirklich Kreisebene) falsch aufgeschlagen, weil die Profis das ja auch machen? Also ich habe in den Ligen damals immer nur das Argument gehört "wir sind doch nicht in der Bundesliga". Und welcher prozentuale Anteil der Basis kennt denn die Profis heute noch und guckt die Bundesligaspiele? Hat eine konsequentere Einhaltung der Aufschlagregel bei Profis eine gravierende Auswirkung auf die Basis?
Ich sehe den Punkt, dass der Aufschlag einfacher wird und dass die Regel derzeit blöd ist oder blöd umgesetzt wird. Ich finde aber der von dir verteidigte Vorschlag ändert an dem Problem "Tischtennis tötet sich selbst" rein gar nichts