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Alt 04.08.2014, 13:23
DDoctor DDoctor ist offline
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AW: Tischtennis tötet sich selbst - Probleme im Tischtennis

Wenn ich irgendwo einen Tischtennistisch hinstelle und 2 Schläger mit Ball dazu, dann wird dieses sofort genutzt, sobald Kinder, Jugendliche oder Erwachsene den Raum betreten. Die Regeln beschränken sich dabei aufs allernötigste, Hauptsache die Kugel fliegt.
Ich glaube nicht, das die grundsätzliche Faszination dieses Sports gelitten hat.

Der eigentliche Punkt ist folgender:
Was machst Du als Einzelner, damit Dein Sport für Dich und andere attraktiv bleibt?

Daraus resultieren folgende Grundvoraussetzungen:
1.) Verein ist jeder, der Mitglied in diesem Verein ist.
2.) Jugendarbeit ist Sache des Vereins. Also für jeden im Verein. (Das gilt auch für den Erwachsenenbereich)
3.) Kosten-Nutzen-Rechnungen sind extrem demotivierend und auch völlig unangebracht.

Ich erkläre es etwas ausführlicher anhand Beipielen(Vollständigkeit ist nicht mein Ziel ).
Zu Punkt 1.)
Wenn ich einem Verein beitrete, dann habe ich ein Interesse an einem Verein, der mir gefällt. Das ist für einen 10jährigen noch anders als für einen 15jährigen usw. Das Spannende in einem Verein ist, das ich altersunabhängig gemeinsame Interessen habe. Wenn ich nun als 15jähriger, die Planung eines Sommerfestes ausschliesslich in den Händen der 60jährigen lasse, dann werde ich mich in diesem Sommerfest nicht wieder finden. Umgekehrt gilt das aber genauso. Da man aber in einem Verein ist und sich häufiger sieht, hilft miteinander reden und auch Dinge zusammen machen. Es gibt viele 60 jährige, die haben keine Probleme damit, mit Jüngeren zusammen zu arbeiten. Man muss nur mal fragen.
Und vor allem umgekehrt, die Älteren müssen die Jüngeren unbedingt mit ins Boot nehmen, ansonsten funktioniert das Miteinander nicht. Das gilt für Mannschaftsaufstellungen, Feste, Trainingszeiten und und und.

Zu Punkt 2.)
Wenn der Verein nicht geschlossen hinter Jugendarbeit steht, dann lasst es.
Wenn, dann gehört es sich nicht nur, einen Jugendwart zu organisieren, sondern auch, möglichst Viele mit ins Boot zu bekommen, die irgendwo mit anpacken. Das macht dann in der Regel meist auch Spass und entlastet den Jugendwart. Ein Jugendwart ist selten eine eierlegende Wollmilchsau, die sowohl Mannschaft organisieren, Jugendtraining geben, Kinder aktiv rekrutieren, Eltern bespassen, Kinder betreuen, Sponsoren organisieren undundund kann. Zumindest nicht in einer hinreichenden Qualität.
Strukturen aufbauen. Ein 10jähriger interessiert sich nicht unbedingt für eine erste Mannschaft. 15jährige haben da schon andere Augen für. Die haben schon länger trainiert und hoffen dann auch dort spielen zu können. Auch hier sind wieder alle gefragt.

Zu Punkt 3.)
Keine Kostennutzenrechnung. Sowas hilft keinem.
"Ich habe nun mit diesem Kind 3 Jahre trainiert und es geht in den anderen Verein. Verräter. Ich mach mir doch nicht mehr die Mühe und trainiere andere Kinder, nur damit die dann wechseln."
Die Jahre MIT den Kindern, was ist mit denen? Nur Mühsal, Plage und Schufterei? Ich kann doch nicht ein Kind zur Selbstständigkeit trainieren und mich danach beschweren, das es eigene Wege geht.
Mit solchen Negativgefühlen ist zudem gesichtert, dass solche Leute eher nicht mehr wieder kommen.
Fokus hier unbedingt auf die Zeit des Miteinanders.

Im Übrigen gilt das nicht nur für Tischtennis, sondern für jeden Verein.
Insofern töten viele Vereine nicht den Tischtennissport, sondern sie beerdigen in erster Linie sich selbst.
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