Dass TT-Bälle so krass brennen, wie in dem Film, hätte ich dann doch nicht erwartet... Wenn man sich die Strukturformel anschaut, findet man den Grund: Das Celluloid liefert den zur Verbrennung nötigen Sauerstoff selbst, d.h. es benötigt nicht einmal eine Sauerstoffzufuhr wie beim Verbrennen vom meisten anderen Plastik oder der von mighty erwähnten Zeitung. Im Gegenteil, es bleibt sogar Sauerstoff übrig.
Wenn Cellulose komplett zerlegt wird, dürfte zunächst so etwas herauskommen:
2 * [C6H7 (NO2)3 O5] ==> 5 CO2 + 4 NH3 + 2 HCN + O2
Bei ausreichend O2-Zufuhr (+4 O2) werden in der Folge aus 4 Ammoniak und 2 Blausäure : 4 NH3 + 2HCN + O2 + 4 O2 ==> 2 CO2 + 3 N2 + 6 H2O. Das fünfte O2 stammt aus der vorherigen Reaktion. Wegen der geringen Dichte der Luft, wird die Flamme so riesig wie in dem Film gezeigt...
Zitat:
Zitat von klugscheisser
Blausäure?
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Als Zwischenprodukt ja, als Endprodukt eher nicht, sofern das Feuer nicht in einem luftarmen Raum ausbricht. Die großen Mengen an Gas, die schlagartig entstehen, dürften in einem kleinen geschlossenen Raum allerdings im Normalfall eine Explosion verursachen...
Es dürfte schwierig zu löschen sein, da man es nicht ersticken kann, es liefert sich den Sauerstoff ja selbst. Es wäre sogar kontraproduktiv, das zu versuchen, da dann Blausäure und Ammoniak übrig bleiben. Da Blausäure zudem mit Wasser in jedem Verhältnis mischbar ist, besteht beim Löschen von Bränden die Gefahr einer Kontamination des Grundwassers.
Daher wird gegebenenfalls ein kontrolliertes Abbrennen in Betracht gezogen.
Eine Zeitung brennt bei weitem nicht so gut, der benötigte Sauerstoff lässt die Zeitung nur langsam abbrennen...