Ohne jetzt den kompletten Thread durchgelesen zu haben.
Problem 1: Mitglieder gewinnen.
Durch ein riesiges Angebot an Sport- und Freizeitmöglichkeiten verteilen sich die Kinder und Jugendliche natürlich entsprechend und für die einzelnen Sportarten bleibt nicht mehr so viel übrig. Speziell für die Sportarten, die nicht in aller Munde sind.
Der DTTB unterstützt bei der Mitgliedergewinnung. Hier ein Link zu den verschiedenen Maßnahmen:
http://www.tischtennis.de/vereinsser...edergewinnung/. Wer hat das bereits in Anspruch genommen?
Problem 2: Mitglieder halten.
Tischtennis steht wie gesagt in Konkurrenz zu anderen Sportarten. Dementsprechend muss das Training gut organisiert und abwechslungsreich sein. Am Besten durch einen engagierten, ausgebildeten Trainer mit 1 oder 2 Helfern. Im Verkauf sagt man: Kunden Gewinnen ist 7 Mal so teuer, wie einen Kunden zu halten. Das Schlimmste ist also, Mitglieder zu verlieren, weil das Training langweilig ist.
Dadurch muss die Attraktivität auch durch Aktionen ausserhalb des Tischtennis- Trainings aufrechterhalten werden. Gut, wenn man in einem Hauptverein eingegliedert ist, der eine abteilungsübergreifende Jugendarbeit hat. Ansonsten wären aber auch Tagesausflüge zum nächsten TTBL- Verein oder ein Trainingslager (evtl. auch in der eigenen Halle) möglich.
Problem 3: Aus Kindern werden Erwachsene
Wenn der Verein eine hervorragende Jugendarbeit leistet und die Kinder und Jugendlichen sich im Training und mit den diversen anderen Aktionen wohlfühlen, sind die Voraussetzungen gut, dass sie im Verein bleiben. Es sei denn, sie verlassen wegen Studium, Ausbildung, etc. den Ort. Allerdings gibt es einen ganz brutalen Bruch zwischen Jugend- und Erwachsenentraining. Während im Jugendtraining die Post abging, läuft das Erwachsenentraining unterm Strich so ab: Vorhand einkontern, Rückhand einkontern, Sätze spielen, mit jemand Anderem Sätze spielen, zum Schluss noch ein Doppel spielen, weil man da nicht so viel laufen muss. Zudem ist es äusserst selten, dass sich Jugendliche auch mal trauen, einen Erwachsenen zu fragen, ob er mit ihnen spielen will. Und von den Erwachsenen kommt da freiwillig auch meistens nichts. Lieber wollen die mit ihren Mannschaftskollegen ein paar Sätze spielen.
Die Lösung wäre hier, auch im Erwachsenenbereich ein organisiertes Training anzubieten. Auf freiwilliger Basis. Die Jungen werden es dankbar aufgreifen, die Erwachsenen teilweise interessiert sein. Es bilden sich heterogene Gruppen, die zusammenwachsen und gemeinsam Spaß haben und Fortschritte machen.
Problem 4: Zeit und Geld
Trainer kosten Geld. Erwachsenentrainer sowieso, weil das ja dann jemand sein muss, der ggf. drauf verzichtet, mitspielen zu können. Also ein Externer. Das würde bedeuten, über Mitgliedsbeiträge oder die Durchführung von Veranstaltungen Geld in die Kasse zu schwemmen. Wenn da jeder 5-10 EUR mehr im Monat zahlen muss (je nach Mitgliederzahl), ist das für Einzelne vielleicht ein Ärgernis und ein Grund zu wechseln. Viel Schlimmer ist aber das Zeitproblem. Es gibt mittlerweile immer weniger bereitwillige Helfer, die bei diesen ganzen Aktionen mitziehen. Veranstaltungen wie Bezirksmeisterschaften oder Ähnliches benötigen viele Helfer. Für Wochenendaktionen mit Jugendlichen muss man auf die freie Zeit mit der eigenen Familie verzichten. Zum Glück gibt es in unserem Sport auch viele Rentner, die theoretisch die Zeit hätten, aber auch da gibt es Wenige, die sich dann noch mit Jugendlichen abgeben wollen.
Unter´m Strich befindet sich Tischtennis im Wettbewerb mit anderen Sportarten. Nur durch das nachhaltige Engagement in den Vereinen kann die Anzahl der Tischtennisspieler erhöht werden. Sowas wie Regeländerungen, Materialänderungen, usw. sind unwichtige Randerscheinungen, mit denen sich vor Allem die Jugendlichen schnell arrangieren. Wir Erwachsene sind da etwas unflexibler, werden aber dennoch den Schläger nicht zur Seite legen.
Die größte Gefahr des Mitgliederverlustes ist der Sprung zwischen Jugend- und Erwachsenensport.
Fragen in die Runde:
1. Wer nutzt die Unterstützung des DTTB bei der Mitgliedergewinnung? (diese Frage hatte ich relativ am Anfang des Threads mal gestellt, blieb aber unbeantwortet)
2. Wer bietet organisiertes Erwachsenentraining für Leistungsklassen Kreis- und Bezirksklasse an? Ich meine nicht die Vereine, die Mannschaften in den ersten 5-6 Ligen haben und nur für die eine Leistungsgruppe unterhalten, sondern wirklich Training für die Basis?
Grüße,
crycorner