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AW: Testberichte und Liste zugelassener neuer Tischtennis-Bälle (Plastikbälle / Polyb
Ich möchte nun auchmal aus der Sicht der niedrigen Klassen etwas zum neuen Ball schreiben. Getestet habe ich das Fabrikat von Joola an mehreren Abenden.
Generell lässt sich bei allen Schlagarten weniger Spin erzeugen, besonders auffällig ist das bei Aufschlägen, Unterschnittbällen und spinnigen Eröffnungstopspins.
Auch das erreichbare Tempo, vor allem bei Schlagspins und Schuss ist deutlich niedriger.
Außerdem hat man das Gefühl, dass der Ball die Rotation auch stärker an den Tisch abgibt, so dass weniger Rotation erhalten bleibt.
Diesen Grundtenor haben die Gegenspieler bestätigt. Sicher kann man sich daran gewöhnen, aber das Spiel wird sich mit den jetzigen Bällen dennoch verändern.
Was hat das für Konsequenzen konkret für mein Spiel, soweit ich das einschätzen kann?
Aufschlagvariationen werden ungefährlicher, wichtiger ist es zu plazieren, um den Gegner "rauszuhalten". Kurze Aufschläge werden leichter geflippt, dafür ist die Eröffnung auf lange Aufschläge ungefährlicher, da die Eröffnung weniger spinnig oder nicht tödlich ist.
Unterschnittbälle und Schupfbälle sind ungefährlicher und können einfacher mit Topspin / Konter / Schuss beantwortet werden.
Block und Konter und das Verteilen des Balles wird im Spiel wichtiger, durch das geringere Tempo ist hier das Trefferfenster wahrscheinlich etwas größer, Eröffnung und Angriff werden einfacher zu spielen, aber auch ungefährlicher. So werden Spielern mit weniger starker Eröffnung die Bälle gelegentlich mal einfach "weggeklatscht" werden.
Ich halte den Unterschied für deutlich. Sicher ist es etwas, woran man sich gewöhnen kann und der eine oder andere mag den Unterschied nicht mal bemerken. Für jemanden der lieber gerade spielt und/oder taktisch gut spielt und plaziert, ist der P-Ball sicher willkommen. Für jemanden, der gerne mit Spinvariationen und mit dem Schnitt des Gegners arbeitet, wird sich doch einiges ändern. Ich habe gemerkt, dass ich stärker (RH-)Konter und Schuss gespielt habe. Vielleicht steigt tatsächlich der eine oder andere auf KN um, das würde mich nicht wundern...
Wie man damit umgeht, muss jeder selber wissen. Besonders problematisch sehe ich den aktuell möglichen und bis auf weiteres nicht zeitlich begrenzten Mischbetrieb aus C- und P-Bällen, der einen deutlichen Heimvorteil darstellt, insbesondere in Verbänden, in denen jedes Punktspiel mit einem anderen Ball bestritten und so die Ballwahl auch von der Heimmannschaft als taktische Entscheidung benutzt werden kann.
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