QUOTE=noreflex]@ the saw
Danke für Deine Meinung!
Hatte gerade beim Mittag mit Kollegen eine ähnliche weltpolitische Debatte:
Tenor entspricht Deiner Aussage:
Es ist
im Ergebnis wohl gut, dass sowohl die menschenverachtenden Taliban (einst von der CIA und den USA finanzierte, bewaffnete und gegen Russland instrumentalisierte Terroristen) als auch der Schreckensherrscher Saddam (einst von den USA finanzierter, mit Waffen und Giftgas ausgerüsteter und gegen den Iran instrumentalisierter Terrorist) zerschlagen worden sind.
Wer ist anderer Meinung?
Ich habe geschrieben, dass ich den Irakfeldzug für falsch halte und definitiv nicht im Ergebnis für gut. Den Feldzug aufgrund des UN-Mandats gegen die Taliban dagegen halte ich als Reaktion auf den 11.9. für notwendig. Wenn Du ein Fazit ziehst dann bitte richtig...
Persönlich bin ich alles andere als ein GWB Fan, geschweige denn, dass ich Lager wie in Guantanamo auch nur ansatzweise für richtig halte. Hier werden Menschenrechte verletzt. Das Lager ist eine Schande für die USA.
Auch stimme ich Dir voll zu, dass man gegen al Khaida wehrhaft sein muss. Ich bin auch für eine Bekämpfung und Verfolgung von Terroristen. Ob ich dann auch zwangsläufig gleich jeden Krieg mit abzeichne, wenn ich gegen Terroristen bin?
Faust über Mephisto: "Die Geister, die ich rief, werd' ich nun nicht los!"
Ob die CIA / USA das Gefühl kennt?
"Hilfe, der Terror den ich gesäht, wendet sich nun gegen mich!"
Das geht allen Supermächten so. Die Lektion haben schon andere Weltmächte gelernt. Das die USA sich als Nabel der Welt sehen, obwohl sie das sicher nicht sind, kriegst Du aus den Köpfen der Amerikaner nicht raus. Zum derzeitigen Selbstverständnis der Amis: die USA betreiben mit ihren Geheimdiensten auch Wirtschaftsspionage gegen Verbündete, zu sehen z. B. in Bad Aibling in Bayern. Ich möchte nicht wissen was passiert, wenn wir staatlich geförderte Wirtschaftsspionage in den USA betreiben würden.
Hoffen wir mal, dass es gelingt, die Erscheinungsbilder der Krankheit
(a:Terrorismus, Intifada, Dshihad,
b: ideologische und religiöse Kämpfe wie in Irland, Serbien, Spanien...)
in die Schranken zu weisen.
Viel teurer und langwieriger wirds aber, würde man sich der Krankheiten
selbst annehmen: wirtschaftliche Armut und Perspektivlosigkeit bei a) und Unterdrückung / Besetzung anderer Volks- bzw. Religionsgruppen im Fall b).
Die Taliban waren aufgrund ihrer kriminellen Geschäfte durchaus wohlhabend. Auch wurden sie wohl kaum religiös unterdrückt. Terrorismus und Krimanlität war deren Geschäft, wie früher in Libyen. Es gab und gibt natürlich auch die Form des Staatsterrorismus, siehe die 1000 Jahre zwischen 1933 und 1945.
Auch auf die deutsche RAF bzw. die Aun-Sekte treffen die Symptome nicht zu.
El Kaida schließlich hat sicher nicht den Anspruch, den islamischen Staaten zur Freiheit zu verhelfen. Es geht hier ausschließlich um Macht.
Die USA befanden sich in den 50er Jahren in einer Situation, dass sogar eigene Landsleute terrorisiert wurden. Der Patriot-Act geht derzeit ebenfalls in die Richtung die Grundrechte auszuhebeln.
Wie das allerdings gehen soll: das ist für dieses Forum ein zu weites Feld.
Gegen Ende des Jahre erscheint ein Buch von mir zum Thema Terrorismusfinanzierung, Bezug zur organisierten Kriminalität und Geldwäsche. Du kriegst, wenn Du Interesse hast, ein Gratisexemplar
Ich wollte ja nur mal den Ernst der Lage herausstellen...
noreflex[/QUOTE]