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Alt 22.09.2014, 11:07
Hell90 Hell90 ist offline
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AW: Ist Tischtennis noch ein Volkssport?

Hallo,

ich habe mich nun endlich mal entschlossen ebenfalls hier aktiv zu werden und finde direkt den ersten Beitrag, zu welchem ich meinen "Senf" dazugeben kann.

Die Frage ist eigentlich relativ gut zu beantworten, wenn man sich die angestrebte Entwicklung des Sportes zur medialen Ausschöpfung (man kann es ruhig so extrem nennen), die ungewollte Entwicklung durch völlig wahnwitzige Regeländerungen (38mm - 40mm --> die Vergrößerung des Balles war wohl der größte Fehler den man sich leisten konnte), gesellschaftliche Entwicklung (oft mangelnde Bereitschaft des Vereins in die Zukunft zu investieren; ich spekulliere hier, aufgrund eigener Erfahrung!!!) und zuletzt den ... wie soll man es am Besten formulieren...
Wenn man sich den Fußball ansieht, hat man eine bestimmte Zeitspanne, beim Tischtennis kann es nach einer halben Stunde vorbei sein, da in der Bundesliga ein anderes System gespielt wird als in den unteren Klassen. Dadurch sind Spiele in unteren Klassen, im Breitensportbereich interessanter und oft auch schöner als im Spitzensportbereich.
[Ich persönlich sehe mir lieber ein gutes Duell auf Bezirks- oder Landesniveau an, welches nach 3 Stunden Nervenkitzel endlich vorbei ist, als wegen einem 30 minütigem Dauerfeuer unzählige Kilometer zu fahren...]

Zur medialen Ausschöpfung kann man auch gleich die Regeländerungen hinzufügen, da sie ineinandergreifen! Die Ballvergrößerung hat so ziemlich alles kaputt gemacht, was man kaputt machen kann um es platt auszudrücken; durch die Veränderungen wurde nämlich das Ziel, den Ball besser sehen zu können und gleichzeitig langsamer zu machen, verfehlt. Das Spiel wurde schneller, die Abwehrspieler 2 - 3 Klassen abgestuft und gleichzeitig der Verlangsamungseffekt der Ballrotation erhöht, der durch den größeren Luftwiderstand kam. 2 mm sind vielleicht bei einem Fußball nicht entscheidend, aber bei einem Hohlkörper der nur sehr wenige Gramm wiegt (2, nochwas).
Wer sich zum Vergleich alte Aufzeichnungen ansieht, bei denen bestimmte Bälle nicht angreifbar sind kann heute nur noch darüber lachen...

Kurz gesagt: Viele gute Spieler verschwanden, da ihr Spiel nicht mehr funktionierte. Es wird heute mehr geschossen und beschleunigt als alles andere. Die Statistiken sprechen dabei ebenfalls Bände, ein durchschnittlicher Ballwechsel dauert heute nicht mehr so lange wie früher. Und da in der Bundesliga keine 6 Mann mehr um 9 Punkte spielen, sondern nur 3 Herren, ist die Attraktivität für mich persönlich, als auch für viele andere kaum gegeben.

Viele sprechen von einer Tradition die erhalten werden sollte, jedoch gehen die Regeländerungen einen anderen Weg.

Der neue Ball ist dabei auch wieder ein großes ? - mein Test mit dem Ball fühlte sich an wie ein Spiel Unterwasser, bei dem das Geräusch wie ein kaputter Ball klingt...
Wenn die Zweifarbenregel und am Besten ein noch schwererer Ball der Größer ist dazukommt dann hat man es wohl auch geschafft; ob sich die Mitgliederzahlen dabei nicht wieder verschlechtern kann vermutlich auch mit einem vorsichtigen Ja beantwortet werden.

Am Ende entsteht vielleicht sogar eine paralleles Tischtennis, bei der manche Änderungen einfach ignoriert oder gar umgekehrt werden - welche Regeln dabei attraktiver sind wird dann wohl jeder für sich entscheiden.

mfg Hell90
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