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AW: Ist Tischtennis noch ein Volkssport?
Es gibt heute nur noch Fußball als Volkssport - alles andere sind Randsportarten.
Im TV wird Fußball totgesendet, das hatte Andreas F. schon geschrieben (am Ende des Beitrags).
Die mediale Dominanz der Kickerei führt dazu, dass die gesamte Konkurrenz die Kinder vom Fußballplatz "abholen" muss. Denn das Einstiegsalter beim Fußball sinkt immer mehr.
Aus meiner Funktionärstätigkeit in einem großstädtischen Vorortverein kann ich das schon gut beurteilen. Begann vor 10-12 Jahren die typische Vereinssportkarriere noch mit 3-4 Jahren beim Kinderturnen, werden heute schon 4-jährige zum Fußball geschickt. Motorisch reicht es meist nicht zum fußballspielen - aber Hauptsache, der Bengel läuft im Trikot von Papas Lieblingsverein bei Training rum. Die motorische Grundausbildung mit dem altmodischen Turnübungen soll es doch auch im Kindergarten geben...
So sind die Kinder tief in der Kickerei verwurzelt, wenn die koordinativen Fähigkeiten so mit 8-9 Jahren so weit entwickelt sind, dass sie mit einer technisch anspruchsvollen Sportart wie Tischtennis anfangen können.
Da wird es schwer, Kinder, die in beiden Sportarten talentiert sind, zum Tischtennis zu locken und dort zu verwurzeln. Dann beginnt im Verein das Gerangel um Talente. Der Fußballtrainer droht natürlich mit geringeren Einssatzzeiten, wenn der Jungsportler beide Aktivitäten paritätisch gewichtet. Da sitzt er auch am deutlich längeren Hebel.
Und in Sachen Mannschaftserlebnis ist es für Tischtennis schwer, an die Gang-Mentalität der Fußballer heran zu kommen.
Da muss man beim Tischtennis schon zufrieden sein, wenn überhaupt jemand freiwillig kommt.
Doch mit dieser Nachwuchsproblematik steht unser aller Lieblingssport nicht allein. Alle Verbände - außer dem DFB - kämpfen mit dem Problem. Und finden auch keine Lösung.
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