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AW: Team-EM 2014 Lissabon
Obwohl man sowas ungerne zugibt, hatte ich durchaus Sympathien für die Portugiesen, auch um einfach mal einen anderen Ausgang der EM zu erhalten.
Die Niederlage ist für den DTTB natürlich eine Blamage, Enttäuschung und ein teilweise selbst verursachtes Desaster. Vorweg würde ich dies nicht so dramatisch sehen, wenn man sich nicht, wie im Vorfeld und in den Vorjahren zu Genüge, als die Chinesen Europas stilisiert hätte: Denn denen würde das auf dem eigenen Kontinent niemals passieren, beim wichtigsten Mannschaftsturnier, unanhängig von der Konkurrenz, eine Finalniederlage zu kassieren.
Die deutsche Nationalmannschaft lebt zum Großteil von ihren Individualisten Boll und Ovtcharov, die sich augrund ihrer Spielstärke vom Rest deutlich abheben. Aber deren Freiheiten gehen so weit, dass sie sich allen Verpflichtungen entziehen können. Jüngst konnte man in der Presse lesen, dass beide gewissermaßen von Lehrgängen freigestellt sind. Dem Teambuilding nicht gerade förderlich.
Hierbei muss man heute sehen, dass Portugal einfach als Team aufgetreten ist. Das kann in einer engen Begegnung schonmal den Unterschied machen, wie heute geschehen, und uns zum Nachteil werden.
Zudem ist mir das Auszeit-Timing von Rossi einfach suspekt, im Spiel von Ovtcharov kam jene deutlich zu spät. Rosskopf ist ein TT-Mythos in Deutschland, was jedoch keine Garantie für Coaching auf Weltniveau ist.
Beim DTTB wird es schleunigst zudem Zeit, sich für die Zeit nach Boll und Ovtcharov zu wappnen. Denn von unserer achso guten Jugendarbeit wird in den nächsten 10 Jahren bei den Herren wohl niemand für riesige Furore sorgen.
Und die Terminplanung von Ovtcharov bei den Weisheitszähnen bedarf ebenfalls Erklärung. Wurde das im vollen Terminplan zwischen Superliga und Hochzeit einfach auf kurz vor die EM verschoben oder wurde es akut (und somit begründet)?
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Make Table Tennis Great Again!!!
Geändert von Janus (28.09.2014 um 23:11 Uhr)
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