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Alt 12.10.2014, 21:49
Dragonspin Dragonspin ist offline
Wall'er Bub
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AW: Der Vorschlag von Timo Boll: GPS-Ortung durch Dopingfahnder?

Eine Erlaubnis von Doping würde Transparenz ermöglichen. Vor allem für die Athleten.
Im Augenblick ist es so, dass sie in einigen Sportarten was nehmen müssen, um vorne dabei zu sein. Das wird denen ja irgendwann klar. Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder sie geben sich damit zufrieden hinterher zu laufen (und unsere Medien, unsere Gesellschaft honorieren schon zweite Plätze unheimlich *hust*) oder sie machen mit.
Also suchen sie auf illegalen Wegen "Ärzte" auf, die gleichzeitig Dealer sind. Erzählt dir ein Dealer was über gesundheitliche Risiken? Der will verkaufen. Geld verdienen. Ist es ihm wichtig, wie es dir in 20 oder 30 Jahren geht?
Eine Erlaubnis von bisher verbotenen Substanzen ermöglicht Sportlern offen darüber zu sprechen. Mit Experten, die daran nichts verdienen. Es ermöglicht ihnen Stoffe zu konsumieren, die hohe Qualität haben und weniger gesundheitsgefährdend sind, als irgendein Zeug, dass in einem dubiosen Labor zusammengemischt wurde.

Diese Transparenz verdeutlicht Sportlern und ihren Eltern sehr früh, wohin die Reise gehen wird. Dann ist es noch viel leichter die Reißleine zu ziehen und zu sagen: Das wollen wir nicht. Wenn du aber erst einmal deine ganze Jugend dem Sport geopfert hast und dann vor der Frage stehst: "Bedeutungslosigkeit ohne Doping oder Erfolg mit Doping?" - Ja, dann ist die Antwort auf diese Frage sehr schwierig.

Zuletzt ist es für mich auch moralisch vertretbar, solange es nicht von außen direkt gesteuert wird und es eine freie Entscheidung ist. Von daher, da hast du natürlich völlig Recht, ist vom Staat oder Verband angeordnetes Doping absolut zu verurteilen. Das sollte dann auch strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Ansonsten kann ein Mensch mit seiner Gesundheit machen, was er will. Ich gehe auch nicht durch die Stadt und schnipse meinen Mitmenschen die Zigaretten aus dem Mund um sie vor Lungenkrebs zu schützen.

Dass so viele Sportler das aktuelle System unterstützen ist wohl kaum verwunderlich. Wenn du an der jetzigen Praxis nur ein Wort der Kritik äußerst, es sei denn du forderst eine Verschärfung der Doping-Kontrollen, dann bist du (sport-/medien-)gesellschaftlich tot.
Siehe nur die übertriebene Reue eines Zabel, der damit versucht seinen Namen rein zu waschen. Unvorstellbar, dass sich da einer hinstellt und sagt: Ich stehe dazu.
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