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Alt 16.10.2014, 22:25
Dragonspin Dragonspin ist offline
Wall'er Bub
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AW: Der Vorschlag von Timo Boll: GPS-Ortung durch Dopingfahnder?

Ein Sportler ist nicht gezwungen, das zu nehmen. Er entscheidet als eigenverantwortlicher Mensch selbst über seine Nahrungs- und Medikamentenaufnahme. Zumindest sollte er das.
Er hat die Freiheit auf Doping zu verzichten. Er wird nicht gezwungen.
Genauso könnte man argumentieren, dass er gezwungen wird 6 Stunden am Tag zu trainieren, weil es (erfolgreichere) Konkurrenten auch tun. Und dann geht er dagegen wegen Nötigung vor...

Wenn die Auswirkungen entscheidend wären - wobei nicht alles was auf der Dopingliste steht, schlimmer als Nikotin ist - wer gibt jemanden das Recht zu entscheiden, welche Auswirkungen ein Mensch bereit ist auf sich zu nehmen?
Ich habe bei Spiegel TV den Bericht über einen Mann gesehen, der sich operieren lässt, bis er aussieht wie Ken, der Freund von Barbie. Das hat zweifellos extreme gesundheitliche Auswirkungen und birgt, allein schon durch die Zahl der Operationen, erhebliche Risiken. Trotzdem darf er es machen. Obwohl ich es unheimlich finde. Obwohl es wohl die meisten Menschen grotesk finden, ihn warnen und davon abraten würden. Weil es sein Körper ist.

Warum darf ein Athlet nicht eigenverantwortlich mit seinem Körper umgehen, andere aber doch? Wieso spielen wir uns als Vormunde dieser Menschen auf?

Das Gegenteil muss passieren. Wir müssen sie informieren, ihnen die Gefahren vor Augen führen. Und dann dürfen sie frei entscheiden.

Grotesk wird es natürlich auch, weil Doping längst in unserem (beruflichen? privaten?) Alltag angekommen ist. Das geht bei den Kleinsten mit Ritalin los. Dann später vor den wichtigen Abschlussprüfungen gibt es "Lernhelfer". Und so geht es dann im Beruf weiter.
Wenn wir dann zu aufgedreht sind und nicht schlafen können, werfen wir uns Pillen ein, damit wir ein Auge zu kriegen...

Mit dem letzten Absatz will ich auch deutlich machen, dass ich nicht zu denen gehöre, die Doping gut heißen oder die es als ungefährlich betrachten. Aber ich glaube, dass der Weg über Verbote nicht der richtige Weg ist. Den mündigen Menschen, den mündigen Sportler, das wünsche ich mir.

(Die DDR_Doping_Opfer wurden völlig zurecht entschädigt, weil sie durch das totalitäre System dort unter Druck gesetzt wurden, sie wurden nicht über Risiken informiert bzw. angelogen und teilweise haben sie es unwissentlich erhalten - "Vitaminpräparate". Das widerspricht genauso meinen Vorstellungen.)

Geändert von Dragonspin (16.10.2014 um 22:28 Uhr)
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